Mittwoch, 15. Juli 2009

Von der Hölle ins Paradies – 30 Tage Backpacking

So nun sollt ihr endlich euren Reisebericht bekommen.

Die folgende Karte (von mir selbst erstellt...also etwas ungenau bei den Größenangaben…für alle die wieder durch die realistische Darstellung verwirrt sein sollten ;P) beschreibt euch die fast 5000 Kilometerstrecke, die ich in 30 Tagen mit jeden nur denkliche Verkehrsmittel hinter mich gebracht hatte.



1. Ziel: Brisbane


Brisbane ist eine schöne Stadt für ein Wochenendurlaub, da man

(also ich und Kathi, so langsam sollte auch jeder wissen wie sie heißt)

an zwei Tagen alles Sehenswerte ablaufen kann ohne auch nur einmal in den ‚Lonely Planet’ zu schauen. Leider werden nicht nur in der Woche, sonder auch am Wochenende die Bürgersteige schon ab 6 hochgeklappt, dass einem an einem Samstag nur noch die Party in einem dieser Backpackerparty Hostels übrig bleiben, denn wir ja schon bei unserem Aufenthalt aus dem Weg gingen. Da war es auch nicht verwunderlich, dass Kathi und ich in Brisbane zu alten Waschweibern mutierten, die mit einer selten gesehenen Gemütlichkeit durch die Straßen schlenderten, Bücher auf Parkbänke lasen und im Park philosophieren mit einem Chai-Latte zu einer Tradition machten. Brisbane war eine gute Idee, um von dem Uni und Arbeitsstress sich zu erholen.


2. Ziel: Bundaberg


Wer diesen Blog zur Information für seine zukünftige Australienreise liest, sollte gewarnt sein…falls ihr es noch nicht durch die drei vorherigen Artikel über das schöne Leben in Bundaberg erfahren habt….das ist nur was für ganz hart gesottene Kandidaten. Alle mit empfindlichen Magen, leichten Schlaf, Reinheitsempfinden und kranker Leber oder Lunge sollten sich von diesem Ort fern halten.


3. Ziel: Harvey Bay und Fraser Island


Nach genau zwei Wochen verlies ich dann auch die Tomatenhölle um mich mit 8 anderen UTS Internationals in Harvey Bay zu einem Fraser Abenteuer zu treffen. Fraser Island ist einer der australischen Attraktionen die überall über Mundpropaganda und jegliche andere Wege angepriesen wird. Also konnte ich mir das doch nicht entgehen lassen.

Dank des Organisationstalentes von zwei deutschen Studis fiel ich vom Bus in einen gepackten Landrover und wir machten und zu neunt mit zwei 4WD (Vierradantrieb) auf einer der schönsten Inseln von Australien. Nach einer ausführlichen Aufklärung über die Gefahren und Tücken der Insel, wie Ebbe und Flut und vom Menschen verzogenen, kinderfressende Dingos (wir würden dazu Hunde sagen) kamen wir mit Zelten, Klamotten, Essen und vor allem guter Laune für drei Tage auf der Insel an.

Der Verzicht auf jegliche Hygiene und Elektrizität hat sich bei der Ansicht der Landschaft und dem Genuss völliger Ruhe (Kein Netz, kein Internet, und sogar das Auto hat manchmal aufgegeben) völlig gelohnt und ich würde jedes Mal wieder in die Steinzeit zurück wollen um das noch mal zu erleben. Unsere Toiletten waren der Busch, unsere Badewanne und Spüle das Meer, unsere Betten das Gras und unser Wohnzimmer der Strand. Dank meines antrainiertem Bauerngemüt bin ich auch immer vorm Sonnenaufgang wach geworden und habe mir diesen keinen Tag entgehen lassen…(zu dieser Zeit ist in Australien Winter….ja Winter im Bikini…und die Sonne geht erst um 7 auf). Die Tage waren traumhaft warm und idyllisch und die Nächte aufregen und lustig. Durch Ebbe und Flut konnten wir nur einige Stunden über den Sand fahren bei Beginn der Flut mussten wir entweder unebene Sandstraßen im Landesinnern nehmen oder einen Rastplatz suchen, und da keiner mehr während der Flut am unterwegs war, waren wir auch völlig allein und weit und breit niemand anderes am Strand. Der morgendliche Kaffee blieb dank unserem Barista T. und dem kleinem Espressokocher von F. nicht aus…danach haben wir ein Bad im Meer genommen, welches man aber nur bis zu den Hüften betreten konnte ohne von der starken Strömung mitgezogen zu werden und unsere Zähne mit Trinkwasser aus Containern geputzt bevor wir eine gegenseitige eincreme Orgie starteten. Das mit der Toilette kam so einigen Jungs entgegen, da sie immer und überall konnten, was sich bei uns Frauen schon etwas schwieriger gestaltete, weil wir, obwohl wir alle Hemmungen gegenüber den anderen abgeschüttelt haben, doch noch immer versuchten in den blickdichten Busch zu verschwinden ohne, dass nächste Monster mit acht Beinen mit zuschleppen, was leider nicht das einzige Tier war, was uns gefährlich werden konnte am Land. Da wären wir auch schon bei den Dingos, von den Menschen trainiert Essen zu stehlen, mussten wir unser Essen vor allem in der Nacht verstecken, damit wir nicht unerwünschten Besuch bekamen. Ich etwas verängstlich von der Vorstellung, dass meine Köpergröße doch nicht reicht um Dingos zu verschrecken (NEIN ich bin nicht klein!!!) leuchtet Nachts immer fröhlich mit der Taschenlampe durch die Büsche, um das ein oder andere Mal…Nein nicht einen Dingo zu finden …sondern einen der Jungs beim Wasserlassen zustören, was des Öfteren zu Erheiterung der anderen führte, vor allem als ich richtig laut Alarm geschlagen habe und sich der vermutliche Dingo als gegen einen Baum lehnender To. herausstellte. Dingos haben wir auch gesehen. Als erstes alle anderen nur ich nicht. Ich habe mich schon in der zweiten Nacht auf die Lauer gelegt um für euch ein Foto zumachen und absichtlich eine Brotscheibe in Weitreiche liegen gelassen, aber nichts half. Erst als der Moment am günstigsten war…für den Dingo… nicht für mich hat er mich erwischt…nichts ahnend bin ich entgegen des Rates der Inselragers nachts allein in die Büsche um mal …was zu erledigen ( ;) ) und wer weiß es schon? nein ich hatte keine Hand frei für die Kamera ein Foto zumachen, da beide meiner Hände meine Hose festhielten. Nun die Hose runter und noch kleiner als gewöhnt hockte ich nun dem Dingo gegenüber und musste nur daran denken wie der Ranger zu mir meinte, ‚ach so lange ihr zu zweit seid und größer als die Dingos, werden die euch nichts tun und wenn nicht werft etwas nach ihnen’ Klar ich hatte niemanden dabei, (Mädchen gehen ja sonst immer zu zweit auf Toilette) die zwei leuchtenden Augen vom Dingo waren auf der Höhe von meinen und Klopapier ist nicht gerade das beste was man bei einer windigen Nacht in Richtung eines Dingos werfen kann. Zum Glück wusste ich wie ich ihn dazu kriege, dass er mich in Ruhe lässt. Ich drohte ihn einfach mit zischenden Lauten (zu viel Krach wollte ich auch nicht machen, da ich Angst hatte die anderen würden herbei gerannt kommen und mich in dieser doch peinlichen Lage sehen)…in die Fluch schlagen konnte ich ihn nicht, aber verwirrt hat es ihn schon. Wie traumhaft die Insel noch so war, erzählen euch meine Bilder…

.


4. Ziel: Whitsundays


Die Whitsundays sind eine Inselkette die genau im Great Barrier Reef liegt und den dritt schönsten Strand der Welt ‚White Heaven’ beherbergt. Nachdem wir ca. 750 km nach Norden nach Airlie Beach gefahren sind, mich bei einer Nacht und Nebel Aktion im Schlaf ins andere Auto umgestapelt haben, um ein Hostel dann in Rockhampton zu finden,… sind wir nach einem Tag Reisen auch im Himmel angekommen im…Partyhimmel. Airlie Beach hat keinen schönen Strand zu bieten aber dafür eine Menge Clubs relative zur Einwohnerzahl gesehen (auf 2751 Einwohner kommen 30 verschieden Partymöglichkeiten). Aber dafür waren wir ja nicht da…wir wollten unseren Spaß haben aber nicht auf dem Land sondern auf dem Wasser. Wir brauchten zu dritt (alle neun entscheiden zu lassen, schien uns doch unmöglich) zwei Stunden um uns für ein Segelboot zu entscheiden auf dem wir drei Tage verbringen wollten. Weitere drei Stunden vergingen bis wir den Rest der Gruppe von unserer Entscheidung überzeugen konnten, aber das war dann auch diese Mühe wert. Nach einer Nacht in eine 8 Mann Dorm, den wir zu 7 schon fast ausfüllten, ging es dann auch mit nur wenig Gepäck auf die „Boomerang“ ein Segelschiff, dessen Mannschaft einen Worldcup in 2007 gewonnen hat….naja ich habe da ehe keine Ahnung von also sagte ich nur höflich ‚That’s great!’ dazu.

Auf diesem Boot haben wir zwei Nächte verbracht, geschlafen, gegessen und genossen. Die Mannschaft war mehr auf Party aus als zum Glück der Rest der Gruppe, somit waren wir nicht gezwungen mit Alkoholgelage und anderen Exzessen uns die wunderschöne Aussicht zu vermiesen. Ich weis das hört sich nun spießig an aber wer fliegt schon 16000 Kilometer um dann sie so zu besaufen, dass er am nächsten Tag die ganze Woche vergessen hat...das kann ich auch in Sydney oder Berlin haben...

Tagsüber segelten wir zum WhiteHeaven Beach, welcher den weichsten und reinsten Sand hat den ich jemals gesehen hab...man sagte uns, dass das Pelling mit solch einem Sand eine wunderschöne und weiche Haut macht...so hörte man sogar von den Männern „Kannst’e mal mir den Rücken rubbeln?“und keiner brauchte mehr Sonnencreme, da wir im Gesicht schon mehr Sand hatten als der Strand zu bieten hatte. Natürlich haben wir nach unserer Kur zu „Wer wird Australiens next Sandmodel“ das Wasser genossen, welches im restlichen Jahr nicht geniessbar ist, da es dann nur so von tödlichen (und diesmal übertreibe ich nicht!!!!) Quallen wimmelt. Als wir da waren war es denen einfach zu kalt...29 Grad...:)

Der einzige Moment auf dieser Reise, wo ich zu spüren bekam, dass es in Australien Winter ist, war dann beim Schnorcheln. Trotz Wetsuit (Ganz-koeper-kondom für Surfer, das einem vor dem auskühlen schützen soll) hatte ich nach einer halben Stunde Fische jagen...mit meiner Unterwasserkamera natürlich...blaue Lippen, Hände und Füße und zitterte ich wie Ästenlaub. Die fische haben sich leider nicht so leicht Fotografieren lassen wie die großen Schildkröten und der verspielte Wal, die nur einige Meter fast neugieriger auf uns starrten, als wir sie mit Erstaunen beobachtet haben.

Wenn mich jemand fragen würde wie der Himmel für mich aussieht: beim Sonnenaufgang vom Boot ins warme Wasser springen, die Seeluft sich um die Nase wehen lassen, einen Engel in feinsten weißen Sand schaufeln und am Abend von den Wellen in den Schlaf gewogen werden... und so sind die Whitsunday.......


5. Ziel: Billabong Sanctury


Und Australien ist doch nur eine kleine Insel. Es war fast zwei Wochen her, dass ich mich von einen meiner lieb gewonnen Freunden ‚Bambi’ verabschieden musste, als wir uns durch Zufall wieder über den Weg in Airlie Beach gerannt sind (und sie war nicht die einzige die ich in Australien wieder gefunden habe). Ich entschied die Gruppe zu verlassen und weiter mit Bambi und Co in den Norden zureisen, nachdem mir die drei eine Lift (danach suchen alle Traveller hier) nach Townsville angeboten haben mit einem Ausflug zum Billabong S. Um endlich nach 6 Monaten Australien, dass zu tun worauf ihr alle gewartet habe....einen Koala knuddeln und einen Wombat dazu...schaut selbst wie toll das für mich war....


6. Ziel: Townsville


Schon nach einen Tag trennten sich Bambis und meine Wege wieder. In Townsville war ich dann ganz auf mich allein gestellt...naja so allein wie man in einem 9er Mädchendorm eben sein kann. So allein lernt man schneller Leute kennen als man denkt...nach dem mein Ego um einiges gewachsen ist, da eine Französin meine Nationalität NICHT erraten konnte, machte ich mir das zu nutze, was ich auf dieser Reise gelernt habe Flexibilität. Eine Stunde Internetrecherche lies mich dann meinen Flug umbuchen und noch einen Tag in Queensland gewinnen. Einen Tag für mich ganz allein. Ich war nun schon seit einen Monat unterwegs, habe viele verschiedene, interessante und nette Leute kennen gelernt und habe so gut wie nie eine Minute für mich allein gehabt...


7. Ziel: Magnetic Island


Meinen Tag allein wollte ich auf Magnetic Island verbringen. Da ich nun keinen mehr bei mir hatte der irgendwie ein fahrbaren Untersatz besaß besorgte ich mir einen kleinen Gefährten...ein blaues Fahrrad...hehehe wart ich schon mal auf einer vulkanischen Insel?...neee? ich schon aber eines hatte ich vergessen...da gibt es BERGE...naja mein Stolz und mein Ehrgeiz hat mich dann Steigungen von 15% über längere Strecken auf dem Fahrrad und auch mal daneben (jaja ich konnte einfach nicht mehr) bewältigen lassen. Dafür habe ich dann einen einsamen Strand für mich ganz alleine gefunden auf dem ich mehrere Stunden über einfach nichts nachgedacht habe. Ein Schnitt in meinen Fuß durch eine Muschel beim Rumklettern zeigte mir aber schnell, dass ich es in der Wildnis wohl nicht lange allein überleben würde...vor allem wenn man nicht mal Handyempfang hat um Hilfe zurufen.


Resumé

Obwohl ich so einiges in diesem Monat verloren habe (Socken, Bücher, Geld, Memorycards und meine Uhr) habe ich um so mehr gewonnen viele neue Freunde und eine unvergessliche Zeit....

Dienstag, 14. Juli 2009

Von der Bauersfrau zur Bäckersbraut

Nachdem ich wieder in Sydney angekommen bin, (der Reisebericht ist in Arbeit,sind nur noch 3999 Fotos zu bearbeiten) sagte mir ein Blick auf mein Konto ‚Du brauchst einen Job und so schnell wie möglich’. Spaß hat eben doch seinen Preis!!!!

Eigentlich hatte ich vor, euch bei meiner Jobsuche hier in Sydney mitzunehmen. und euch die vielen Vorstellungsgespräche und Ablehnungen bis ins kleinste Detail zu beschreiben. Aber was soll ich sagen? Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habe mal wieder auf R. gehört, der mir schon die tolle WG im Herzen von Sydney vermittelt hat. So habe ich mein Resume bei einer deutschen Bäckerei abgegeben, welche bei mir an der Central Station neu eröffnet wurde. Es hat nicht länger als 6 Stunden gedauert und ich hatte den Chef der Bäckerei am Telefon der mich unbedingt kennen lernen wollte. Bis dahin wusste ich es noch nicht, aber inzwischen hatte jeder männlich Mitarbeiter mein Lebenslauf in der Hand gehabt und den Chef davon überzeug mich doch mal zum Probearbeiten einzuladen.

Warum wohl.????..nein nicht weil mein umwerfendes Fotos sie überzeugt hat, sondern wegen einem kleinem Fehler bei der Übersetzung, der vor allem den Männern sofort auffiel.

Zu meinen zusätzlichen sprachlichen Fähigkeiten gehörten nun mal unter anderem ' Hungarian, oral very well'....das, dies den anderen 10 Leuten, die das Ding für mich Korrektur gelesen haben, nicht aufgefallen ist, machte es leider nicht einfacher verdaulich....aber was soll's, wenn so ein freudscher Versprecher mir dazu verhilft in weniger als 24 Stunden einen Job in Sydney zubekommen, wo andere Wochen für brauchen...warum nicht...wie ich heute auch erfahren habe werden sich meine Tätigkeiten dann doch nur auf das Brötchenverkaufen beziehen und ich werde nicht dazu aufgefordert sein meine weiteren Skills einzusetzen...welcher Art auch immer ;P

Gefunden

Den muss ich euch einfach zeigen....habe ich beim Googeln nach Bäckerfotos gefunden, warum auch immer der unter dem Begriff 'Bäcker' verzeichnet ist....:)

Dienstag, 7. Juli 2009

Neue Freunde

Da ich noch unterwegs bin gibt es erst mal nur ein paar Fotos von neuen Freunden, von denen ich Abschied nehmen musste, da ich nun auf dem Heimweg nach Sydney bin.

Follower