Montag, 27. Februar 2012
Dienstag, 21. Februar 2012
Sonntag, 19. Februar 2012
Donnerstag, 16. Februar 2012
Das Shiva Cafe (in Viru)
Ein Ort der keine Hektik oder Arbeit kennt. Die Philosophie des Cafepersonals ist einfach zu verstehen: Sind die Bediensteten entspannt, so werden es auch die Gäste sein. So laden die bequemen Matratzen auf dem Boden und der tolle Ausblick über die Reisfelder nicht nur die Besucher zum träumen ein, sondern werden auch gern von den Kellnern und Köchen für ein kleines Schlummer- oder Schnatterpäuschen genutzt. So liegt der Chef an der Seite mit dem Kopf auf der Veranda und lässt in gleichmäßigen Abständen ein Schnarrchen von sich hören, wobei er aufschreckt um dann gleich wieder ins Land der Träume zu versinken. Die Zubereitung der Speisen lässt uns genügend Zeit den Ausblick in vollen Zügen zu genießen und um weitere Tagesausflüge zu planen, die wir in ihrem Umfang ehe nicht machen. Denn wenn etwas hier ansteckend ist, dann ist es die Gelassenheit der Einheimischen.
Mittwoch, 15. Februar 2012
Hampi und Virupapuragadda
Mein erster Gedanke, als ich den Namen diesen Ortes gehört habe, war, dass er lustig klingt und ich schon deswegen hin möchte. Und manchmal ist es genau so ein Gedanke, der uns zu den schönsten Orten auf unseren Reisen führt. So ist Hampi, dass was wir in Goa gesucht haben. Es ist ruhig, gemütlich, keiner hat es eilig und wir sind umgeben von einer wunderschönen Natur. Hier sagen sich A Hörnchen und B Hörnchen „Gute Nacht“, wenn nicht gerade C Hörnchen die beiden anderen über die Felsen jagt. Man kann sich hier auf einen Berg setzten, über die Reisfelder schauen und hat kein schlechtes Gewissen gegenüber den Feldarbeitern, da diese genauso wie wir, die meiste Zeit Pause machen. So schlürfen wir am Ende des Tages eine Kokosnuss bei einem der kitschigsten Sonnenuntergänge, die je gesehen habe, lassen die Seele baumeln und denken einfach mal an nichts.....aussser Peter, der denkt gerade darüber nach, wie er ein Enfield am besten nach Hause bekommt, da er sich hier in diese verliebt hat.
Dienstag, 14. Februar 2012
„Ja, Herr Doktor.“
Schon in Deutschland fällt es mir schwer, in ein Krankenhaus zu gehen, so kann man sich wohl vorstellen, was für eine Überwindung es mich hier in Indien gekostet hat, nach einem Arzt zu fragen. Eigentlich war es nicht schlimm, weswegen ich einen Arzt sehen wollte, aber nach der Tuktukfahrt dort hin, brauchte ich erst recht medizinische Hilfe. So hat uns Sohn der Hostelbesitzerin auf der Fahrt zum Krankenhaus gezeigt, warum Indiens Straßen mit Bremshügeln überseht sind.
Schon die Erzählung der Gastfamilie machten mich neugierig auf den Arzt im nächst gelegenen Ort. So kamen wir zum Krankenhaus und mussten erstmal eine Nummer ziehen. Ich hatte die Nummer 10, nur hatte ich keine Ahnung, wie ich jemals herausfinden sollte, wann ich dran bin und in welche der vielen Türen ich muss. Ständig klingelte eine Glocke, die, ich weiß nicht was bedeutete. Im Bürgeramt in Berlin hätte ich einfach gefragt, wer der letzte war, aber hier in dieser Stadt sprach man nur wenig Englisch und da eine beruhigende Geste von Peter für genügend Aufsehen sorgte, war ich etwas eingeschüchtert für noch mehr Trubel zu sorgen. Und wer schon mal in Indien war, der weiß, dass eine Frage ein ganzes Dorf beschäftigen kann.
Nachdem ich Peter versucht habe zu beruhigen, dass wir schon irgendwie heraus bekommen werden wann und wo ich hin muss, lichtet sich der von Menschen erfüllte Gang und dann kam er: Ein großer grauhaariger Mann, der langsam und erhaben seinen dicken Bauch vor sich her schob, gefolgt von einem ganzen Stab weiter wichtig aussehenden Männer. Ein Irrtum war ausgeschlossen. Das musste der Doktor sein. Er kam gerade aus seiner Chaipause, wurde uns erklärt. Nun musste ich nur noch in dem ganzen Getümmel neun Patienten abzählen und dann war ich dran. Das war unmöglich. Allein schon, weil wir von so vielen Leuten angesprochen wurden, die wissen wollten woher wir kommen und wie wir heißen. Zum Glück war unser Freund nach einem kurzen Spaziergang wieder da und fragte nochmal nach. Auch war ein anderer Mann so freundlich uns aufzuklären, dass ich genau nach ihm dran bin.
Als ich dann endlich aufgefordert wurde mich vor die Tür des Arztes zu stellen, denn inzwischen wussten alle wann ich dran bin, war ich ganz aufgeregt als wurde ich zu einem Audienz gehen. Und ja, auch hier zieht man die Schuhe am Eingang aus. Im Behandlungszimmer war ein ganzer Stab an Menschen drin. Der Doktor, fünf weitere Männer standen hinter ihm, eine Schwester, einer der die Tür bewachte und Peter und ich. Nun stand ich endlich vor einem indischen Arzt.. Als einziger sitzend, die Unterarme auf eine Liege, die uns beide von einander trennte, aufgestellt und das Kinn auf seine Hände abgelegt schaute der Doktor mich erwartungsvoll an. Das Bild vom kleinen Mädchen vorm großen Mann wäre fast perfekt gewesen, wenn Peter mir von hinten noch einen kleinen Schupps gegeben hätte.
Ich schilderte ihm kurz meine Leiden und zeigte ihm meinen Hautausschlag. Er informierte mich darüber, dass er kein Dermatologe ist, worauf ich meinte, dass ich dies auch gelesen habe. Da ich aber den Eindruck hatte, dass man hier und vor all den Leuten keinen Smalltalk mit dem Arzt des Vertrauen anfängt, hielt ich ganz schnell wieder meinen Mund. Nachdem er mir aber trotzdem sagen konnte, was ich hatte und mir Medikamente verschrieb, schien er dennoch mehr als nur Spezialist für Knochenbrüche zu sein. Sein Verordnung war, dass ich nicht mehr schwitzen, und fleißig die Pillen schlucken sollte. Hier in Indien nicht schwitzen ?!? Wie das? In Berlin und Potsdam sollte es im Moment kein Problem sein, aber hier bei über 30 Grad. Ich werde mich tapfer dieser Herausforderung stellen, sollte ich die Tuktukfahrt zurück nach Viru überleben.
Samstag, 11. Februar 2012
Colva Beach
Unser kleiner Zwischenstop am Colva Beach stellte sich für uns schöner heraus, als erhofft. So gibt es hier mehr zu sehen als erwartet. So sehen wir viele Einheimisch und viele Einheimische sehen uns. Ein von uns kurz geplanter Spaziergang am Strand wurde zu einem Tagesausflug, obwohl wir nur jeden dritten Einheimischen den Gefallen getan haben, für ein Foto stehen zu bleiben. Nach zwei Stunden fanden wir dennoch einen Platz, an dem wir dann endlich ungestört den staub-feinen weißen Sand genießen konnten. Der ist hier so fein, dass er unter den Füßen knirscht.
Es scheint als wäre man hier immer unter Beobachtung, sogar unter der Dusche habe ich jemanden angetroffen, der mich feucht fröhlich beim einseifen beobachtete.
Sonntag, 5. Februar 2012
Arambol – Neukoelln – Prenzlauer Berg - Mallorca
An all diesen Orten war ich schon und sie haben alle etwas gemein. Sie vereinen die verschiedensten Menschen. Die Individualisten und Künstler die sich abgrenzen wollen, die, die es ihnen gleich machen wollen und die, die von diesen fasziniert sind. Das ganze wird umrahmt von eine ganzen Menge Ballermanntouristen, welche die Gastfreundlichkeit der Einwohner etwas zu weit strapazieren. Dies ist mir nur all zu gut bekannt. Ob Hippster in Neukölln oder Hippies in Arambol, ob Schwaben in Prenzlauer Berg und Yuppies hier in Goa, ob Deutsche auf Mallorca oder Russen in Indien. Alle diese scheinen auf der Suche nach etwas zu sein.
So suchen eine deutsche und ein französische Mutter im Cafe Lumelle nach dem hübscheren Kleidchen für ihre Töchter, deren Werte so einige Monatslöhne übersteigen. So suchen einige Touristen nach mehr Aufmerksamkeit durch das stetige benutzen einer Hupe auf einem viel zu schnellen Motorroller, der beim Vorbeifahren nur knapp unsere Füße verfehlt. So suchen viele gerade am Strand die Liebe zu sich selbst, in den unzähligen Yoga und Tantrakursen und glaube so mehr sie bezahlen so näher kämen sie ihrem Ziel. Aber keiner schein angekommen zu sein. So sind wir mittendrin und fragen uns: Und was suchen wir?
Mittwoch, 1. Februar 2012
Mumbai
Mumbai ist anders als die anderen großen Städte die ich in Indien besucht habe. Noch westlicher und toleranter. Obwohl draußen auf den Straßen ein Hektik herrscht als müssten alle schnell von A nach B kommen, lässt man sich am zentralen Büro für Reservierung der Bahn sehr viel Zeit. Wir kamen zwar sehr schnell ran und die Ticket waren auch schnell ausgestellt, aber nach dem wir unsere Pässe kopiert haben (eine Kopie des Passes muss man immer dabei haben, das wussten wir natürlich nicht) waren wir die ersten in der Schlange...aber auch die einzigen am Schalter, denn den die Dame hinter der Scheibe war weg. Sie kam auch wieder, nach dem Sie ihren Einkauf erledigt hatte. Auch solche Wartezeiten müssen wir uns nun einstellen.
Da sich der Preis unseres Hostels tagsüber nicht änderte, wechselten wir nach dem Besuch des Zugbahnhofes in ein anderes Hostel, eines der Heilsarmee.
Unser Schlafzug sollte erst am nächsten Abend um 23 Uhr die Stadt verlassen und so verbrachten wir die restliche Zeit mit Sightseeing --- und wir waren die Attraktion. Eine halbe Stunde sitzen am Gate of India hätte uns ein vermögen eingebracht, wenn wir uns mit den Fotografen dort auf eine Beteiligung von 5 % verabredet hätten. Denn wir wurden mit Alt und Jung, Schön und Hässlich, Arm und Reich und mit vielen und einzelnen Einheimischen abgelichtet. So ist es in Indien... man bekommt nicht nur was zu sehen man wird auch gesehen.
Montag, 30. Januar 2012
Die Ankunft in Mumbai
Eine Ankunft in Indien ist wie ein Sprung ins kalte Wasser. In dem Moment des Eintauchens möchte man so schnell wie mögliche wieder raus ins Warme. Aber nach ein paar Sekunden lässt der Schock nach und man empfindet das Wasser als sehr erfrischend und belebend. Und so ist auch Mumbai erfrischend und belebend auf seine eigene Art.
Die Ankunft war, wie üblich hier, mitten in der Nacht. Das heißt, man betritt eine völlig verborgene Welt, die sich hinter einem feuchten dunklen Dunst versteckt und man nur erahnen kann, wo man gerade vom Taxifahrer abgesetzt wurde und wer einem beim Aussteigen alles beobachtet.
Um zu unseren Hotel zu gelangen, mussten wir einen Aufgang hinauf, den wir durch eine fast verschlossene Gittertür betreten haben. Hinter uns sagte ein Stadtbewohner, dass das Hostel schon voll wäre, er aber bereit ist, uns zu einem anderem Hotel zu begleiten. Meine Erfahrungen der letzten Reise haben mich gelehrt solche Aussagen immer selbst nochmal zu überprüfen. So haben wir dennoch an der Klingel an der Tür zum Hostel geklingelt. Und wer hätte es geahnt...es waren noch ein paar Zimmer frei. Der Umstand, dass wir mitten in der Nacht ankamen und eine etwas längere Reise hinter uns hatten, lies mich weniger verhandlungs-freudig sein und wir bezahlten für ein Doppelzimmer ohne Bad ein halbes Vermögen.
Indien der Süden
Da meine Begleiter des letzten Aufenthalt diesen Wunsch – noch mehr von Indien zu sehen, nicht mit mir teilten, musste ich mir einen neuen Reisegefährten suchen. Und so bin ich nun mit Peter unterwegs, der noch nie Europa verlassen hat und noch mehr Angst vor Getier, was mehr als zwei Beine besitzen, als ich hat. Genau der richtige Gefährte, da man sich gleich viel mutiger und wissender vorkommt neben einem Indienneuling wie er.
