Sonntag, 4. April 2010

Mein schönes Berlin

6 Uhr in der Früh schaue ich mir hell wach meine Fotos von der Reise an. Schon drei Wochen bin ich wieder hier in Deutschland und langsam holt mich eine Art von Alltag ein. Dies ist aber nicht mein Alltag und er soll es auch nicht mehr werden.


Ich werde wehmütig bei dem Bild, welches sich mir bietet, wenn ich die deutsche Gesellschaft mit meinen neuen Augen betrachte. Augen die viele Eindrücke aufgenommen haben in den letzten Monaten und welche sich tief in die Seele eingebrannt haben.


Ich möchte nicht, dass dies mein Alltag wird, indem Menschen mit ausdruckslosen Gesichter durch die Straßen wandern, Menschen die taub gegenüber dem Gesang der Vögel und blind gegenüber ein Lächeln der anderen sind, Menschen deren Leben von Wohlstand beherrscht wird und sich dennoch arm fühlen. Sie interpretieren im Weiß ihres Daseins jeden kleinen Schatten als Nacht.


Brauchen wir schwarze Zeiten um die Lichtblicke im Leben zu schätzen? Anscheinend Ja, sonst würde mir die arme Ferne nicht glücklicher vorkommen, als die Menschen hier in einer Gesellschaft, die alles hat.

Donnerstag, 11. März 2010

Outtakes

Unserer Kamera entging nix...somit das SChönste zum Schlusszzz...

Abschied von Indien

Ja Indien ist schon eine andere Welt, oder besser andere Welten als das heimische Deutschland. Nicht nur Uhren sondern auch Menschen und Kühe scheinen hier anders zu ticken als bei uns zu hause. Mit ein paar Kleinigkeiten, welche man immer bei sich haben sollte, kann Indien nicht nur ein unvergessliches, sondern auch schönes Abenteuer sein. Hier meine Liste der wichtigsten Gegenstände:
  1. Ohropax, gut gegen Chaiverkäufer im Zug, laute Gebete am sehr, sehr frühen Morgen oder schnarchende Nachbarn
  2. Toilettenpapier, für die üblichen „Geschäfte“ auf diversen Örtlichkeiten mit unterschiedlicher Ausstattung....und für den Schnupfen nach dem Smog in den Großstädten.
  3. Versiegeltes Trinkwasser, oder noch mehr Toilettenpapier für den Morgen danach
  4. Schlafsack, nur mit den wenigsten Decken in Indien wollten wir uns zudecken
  5. Eine Grubenlampe damit die dunklen Gestalten in den dunklen Gassen auch Gesichter bekommen.
  6. Geduld, für Zugverspätungen und indische Bürger, welche lieber erst einsteigen bevor auch nur einer/e aus dem Zug raus ist....das erklärt auch warum die Züge immer so voll aussehen...“wenn man mal drin ist, kommt man nicht so leicht wieder raus“
  7. gute Freunde, die aufpassen, dass man nichts zurückgelassen hat, seine Diät nach einer Magenverstimmung einhält und einen verstehen wenn alle anderen ungläubig schauen.
  8. viel viel Humor, für Geschäftsleute, denen das Trinkgeld zu dreckig ist, für Mit-Kunden, die nicht nur den Ellenbogen benutzen um vor drängelnde, für Rikschafahrer, die einen überall hinfahren nur nicht dorthin, wo man will, für kleine Kinder, die nach einer Stunde Mitspielen nach Geld fragen, für Autofahrer, die für Kühe anhalten aber auf Fußgänger Jagt machen und all die anderen kleinen kulturellen Differenzen........
Wie am ersten Tag in Kolkatta fasziniert mich Indien immer noch. Nur kann ich es zum jetzigen Zeitpunk auch beim Namen nennen, was so faszinierten ist.

Ich kann hier jeden Luxus haben, den es auch zu Hause gibt mit keinem Unterschied der Qualität. Doch fährt man zum Beispiel mit dem Zug hinein nach Delhi, stellt sich dies als ein Privileg der Wenigen heraus und die Mehrheit lebt unter Bedingungen, wie es sich kein Einziger in Deutschland vorstellen mag.
Frauen mit ihren leuchtenden Saris sind die Lichtblicke jeder Stadt, Mütter aller Kinder und wichtiges Mitglied der Gesellschaft, welches um seine Möglichkeiten und Freiräume so stark beschnitten ist, dass der Schein erweckt wird, als wären sie eine Last.
Auch kann sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung Kritik leisten, denn nur wer Bildung geniesst und weiß, wie es auch anders sein kann, spricht über sein Indien mit Wehmut und Bedauern.


Es kommt einem vor, als wäre Indien ein Land ist aus vielen verschiedenen Kulturen, Menschen, Orten, Bräuchen und Gesellschaften, welche am selben Ort aber völlig parallel zueinander leben. Eine Frage kommt nun auf: was haben sie gemeinsam, warum sind Inder ein Volk? Vielleicht finde ich die Antwort darauf,  das nächste Mal, wenn ich wieder diese fremde Welt betrete, die faszinierend ist, weil ich sie jederzeit verlassen kann....

Delhi - Ende der Reise

Delhi ist unser letztes Ziel. Von hier aus machen wir uns wieder auf den Weg nach Hause. Und weil es der Abschied von Indien oder weil es einfach nur Dehli ist, erleben wir nochmal alle Charakteristika Indiens in ihren Extremen. Schon bei der Ankunft wurde unsere nun 2,5 monatelange trainiertes Verhandlungsgeschickt erprobt, mit jeden Meter weiter weg vom Bahnhof wurde die Fahrt zum Hotel billiger bis wir einen annehmbaren Preis erreichten. Als Nächstes stellte unser Fahrer unsere Geduld auf die Probe. Dieser hatte den Geistesblitz, mit uns im Gepäck seine Kat überprüfen zu lassen und mal zu tanken. So dauerte eine Strecke von 15 Minuten anderthalb Stunden, die wir zum größtem Teil an einer Tankstelle verbrachten. Ein "ruhiges" Plätzchen wird man wohl kaum in Delhi finden, dennoch kann man sich in unsere Unterkunft etwas zurückziehen und wenn man Lust auf Indien hat einfach vor die Tür gehen. Dort schlägt einen der Trubel, die Massen, der Lärm und die Gerüche gleich ins Gesicht.

Jaipur – mit großen Erwartungen

Wir haben große Erwartungen an diese Stadt gehabt, vielleicht weil ich sie immer mit Jodhpur verwechselt habe oder weil schon alle, die wir kennengelernt haben, in Jaipur gewesen sind. Dabei ist der Palast der Winde nur eine Fassade ohne Palast und die Belagerung der Touristen wurde hier von den Einheimischen bis zur Perfektion getrieben. Unsere Nerven scheinen nun auch auf Dauer gelitten zu haben, gegenüber den Zurufen der Verkäufer, die uns in ihren Laden locken wollen und den Männer, welche allzu gern uns Frauen kennen lernen möchten (egal ob der Partner, sich schon fast heldenhaft vor den Anwärter wirft). Den Unmut der Verliere vernimmt man noch Meter weit, geäußert durch wilde Beschimpfungen. Somit ist dem einem oder der anderen das Getümmel auf der Straße zu viel und man verzieht sich lieber in ein Museum oder das Hotel. Aber wie jede Stadt hat auch diese etwas schönes zu bieten. So fuhren wir gerade auf eine Rikscha, als ich einen Prinz auf einen weißem Pferd entdeckte, der wie ein Held hinter uns her ritt. Naja, nach einem geschäftlichen Angebot mitzureiten, war der Traum vom Prinzen geplatz und so blieb nur dieses schöne Bild.

Freitag, 5. März 2010

Udaipur


Fast hätten wir diese Stadt von unserem Reiseplan gestrichen, da wir unsere letzte Woche in Indien nicht mit Stress füllen wollten. Zum Glück hat die Mehrheit die Minderheit überstimmt und wir sind in einem sehr erholsamen Hotel und Örtchen gelandet. Zwar blüht hier der Tourismus, aber auch das kann seine Vorteile haben, denn Konkurrenz drückt auch so manche Preise. Mit Blick auf den Fluss beim Frühstück und Tagesausflügen in der Altstadt lassen wir uns es hier gut gehen.
Nur quält mich auf die letzten paar Meter eine Magenverstimmung. Die vier mitreisenden „Muttis“ haben mich nun auf eine strenge Diät gesetzt....naja so langsam habe ich auch mal Lust auf was anderes als indisches Essen, aber Haferbrei gehört nicht gerade zu meiner ersten Wahl.
Nicht nur beim Essen, sondern auch in vielen anderen Lebenslagen beschleicht uns langsam das Gefühl von Heimweh, so erwischen wir uns ab und zu beim Schwärmen über heimische Kleinigkeiten, wie an der Schlange stehen, die S- Bahn benutzen, richtige Toiletten, Kleiderschränke, Käse, Waschmaschinen, Zeitung in der Muttersprache, uninteressierte Verkäufer und noch vieles mehr...

Mount Abu und das Holi Fest

Nach aufregenden 12 Stunden Fahrt im lokalem Bus mit unvergesslichen Eindrücken von Sanitäranlagen in der Öffentlichkeit kamen wir auf dem Mount Abu an. Der höchste Berg in Ratschastan beglückt die Besucher mit milderem Wetter und frischer Luft, aber auch gepfefferten Preisen, vorallem wenn man gerade zu den Feiertagen da ist.

Am 1 März wir in Indien Holi gefeiert, ein Fest bei dem sich jeder mit den Farben Krishnas bewirft bis kein Fleck mehr am Körper unbepudert ist. Trotz der Warnung unseres Hotelbesitzers vor unangenehmen Begegnungen mit betrunkenen indischen Mitbürgern (Inder sind nicht geübt im Alkoholkonsum) und nicht mehr auswaschbarer Farbe, trauten wir uns zum 1. März auf die Straße. Eine ungeschriebene Regel fiel uns gleich auf: Wer noch nicht bunt ist, wird auch in Ruhe gelassen. Aber wir wollten ja etwas Farbe und so nahmen wir auch gleich das erste Angebot an, etwas vom Pulver uns ins Gesicht reiben zulassen...und dann kam Eines zum Anderem … ehe wir uns versahen , waren wir über und über mit Farbpulver, schüttelten jedem die Hand, wurden tausendmal abgelichtet und wünschten allen ein „Happy Holi“. Dank unserem Gespürt für Ärger gingen wir diesem aus dem Weg und verließen sofort das Getümmel, als sich die ersten Anzeichen der Wirkung des Alkohols in der Menge zeigten.

Somit kann ich nur jedem empfehlen dieses Fest zu besuchen, um die indische Mentalität näher kennen zulernen.

Der Ort an sich ist für uns kein Highlight. Von den Indern als begehrter Urlaubsort für frisch Vermählte, suchten wir drei Tage um einen ruhiges Plätzchen auf diesen Berg zufinden. Die größte Attraktion in diesem Ort waren WIR. Ich hatte noch nie so viele verschiedenen Babies auf dem Arm in so kurzer Zeit. Dazu kursieren schon mehr Fotos hier in der Stadt als Handys und Kameras allein.

Aber dennoch hat sich der Trip hier nicht nur wegen dem Fest gelohnt, sondern haben wir auch einen der schönsten und aufwendigsten Tempel in Indien sehen aber nicht fotografieren können.

Montag, 1. März 2010

Jaisalmer – Auf dem Rücken eines Kamels...



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...ist es hart und das spüre ich immer noch. Diese Stadt ist eine Wüstenstadt, die schon längst vergessen war und nun den Tourismus entdeckt hat. Somit hatten wir schon ein Hotel aufgeschwatzt bekommen bevor wir in den Bahnhof von Jaisalmer einfuhren.Wie man es von einer Wüstenstadt erwartet, ist es dort heiß, trocken und staubig.
Aber das war uns noch nicht genug Sand und somit entschieden wir uns, eine 2-Tagestour durch die Wüste auf einer Kamelkaravane zu verbringen. Die Vorstellung, dass wir eine Nacht in völliger Ruhe und nicht in unserer doch schlechte ausgewählten Unterkunft verbringen müssen, machte uns die Schmerz auf den Kamelen erträglicher. Die ersten Stunden waren noch sehr vergnüglich aber nach einen halben Tag wechselten die Plätze der Kamelführer und ihrer Gäste...wir liefen nun neben den Kamelen und unsere indischen Begleiter saßen auf den Kamelen.
Kurz vor dem Abend kamen wir dann auch an unserer versprochenen einsamen Sanddünne an. Einsam soweit... bis man zwei Dünnen weiter schaute... Nun gut die Erfahrung gönnen wir auch anderen. Und nachdem uns erklärt wurde, dass bei anderen Touren es wie auf Mallorcas Badestränden in der Hochsession abgeht, war uns unsere Dünne ganz recht. Dass man auch indische Wüstenvölker aus der Ruhe bringen kann, hat uns dann S. bewiesen, als er ein Foto von mir vor dem wunderschönen Himmel machen sollte und dabei sich in einen weißen Skorpion setzte. Der lies sich das nicht gefallen und stach auch gleich zu. Nach leichter Panik einem „Wer“, einem „Wo“, einem „Was“ und tausenden „Zeig mal!“, entschied der Karavanenälteste, S. ein Trink- und Essverbot zu erteilen und ihn nicht mehr aus den Augen zu lassen. Auch noch in der Nacht wurden wir gefragt, wie es S. geht und sich der Biss anfühlt, da bei Verschlechterung eine Abholescorte bereit steht. Aber es blieb bei einem leichten Brennen und einem sichtbaren Stich. Warum S. noch fröhlich weiter durch die Dünnen hüpfen konnte, erfuhren wir dann am nächsten Morgen, als ein ausgewachsener weißer Skorpion an der noch glimmenden Feuerstelle entdeckt wurde (diese suchen die Wärme, weswegen auch alle Begleiter auf Bettgestellen schliefen ABER wir auf den Boden)....S. hatte Glück, dass er sich mit einem noch sehr jungen und kleinem Exemplar angelegt hat und nicht mit einem ausgewachsenem, die wirklich giftig sind. Nach einer unvergesslichen und unglaublich kalten Nacht (keiner musste frieren, dafür sorgten die tausend Decken, der Kamele) ritten wir dann am nächsten Tag im Galopp auf den Kamelen zurück in die Stadt. Die Tour war was unvergessliches, vor allem am nächsten Tag, als wir uns mit dem lokalem Bus hüpfen auf unseren wunden Gesäßen (AUA!) 12 Stunden auf den Weg nach Mount Abu machten.

"Indien geniessen in vollen Zügen"

Einer der aufregendsten Zeiten in Indien waren die Zugfahrten. Nicht nur die schöne fremde Landschaft, die wir durch die Fenster beobachtet haben war aufregenden, sondern auch die netten Chaiteeverkäufer, die uns alle 5 Minuten in der Nacht mit ihren Weckruf „Chai, Chai, Chaitea“ uns aus den Träumen rissen, sorgten für große Aufregung in der Gruppe. Anders als in Vietnam ist das Reisen in Züge in Indien geräumiger...so geräumig, dass eine Menge Menschen hineinpassen und die Geräuschkulisse in der Nacht, so den ein oder andere Wald zersägte. Am Morgen danach wurden wir von der Morgentoilette einiger Inder überrascht ... nicht, dass diese in Zug stattgefunden hätte, sondern an den Gleisen. Somit strahlte uns nicht nur die Sonne vom Horizont an, sondern auch blanke indische Hintern, welche hinter der Stadtmauer, somit an den Gleisen, ihr Morgengeschäft erledigten....Ja Ja uns wurde ja gesagt, dass wir einiges Ungewöhnliches sehen werden …
Auch einige nette Menschen trafen wir auf der Reise mit dem Zug, wie Jungs, die Mädchen als Tiere bezeichneten, freundliche Mädchen mit denen wir nicht nur Informationen über Lebensstile in unseren verschiedenen Kulturen, sondern auch Schmuck und Emailadressen austauschten. Wir wurden zu Hochzeiten, in Schulen und zu traditionellem Essen eingeladen.
Verhungern kann man in diesen Züge nicht, da zu dem Chaitee auch Chips und Snacks und richtige Mahlzeiten angeboten werden, welche von unseren Mägen erstaunlicherweise gut vertragen wurden.
(Nur mal am Rande: das einzige Mal, dass ich mir auf dieser Reise den Bauch verdorben habe, war bei BurgerKing auf dem Bangkoker Flughafen.)

Montag, 22. Februar 2010

Agra


Viel sagen kann man nicht über Agra. Das Taj Mahal ist dort und ein beeindruckendes Rotes Fort, aber sonst hat die Stadt nichts wirklich viel zu bieten und deswegen blieben wir auch nur einen und ein halben Tag dort. Wobei der eine halbe Tag nicht geplant war, sondern durch eine 5-stündige Zugverspätung erzwungen wurde. Aber es gibt keinen lustigeren Zeitvertreib, als auf einen Bahnhof in Indien zu sitzen. Jedenfalls gab es für die Inder nichts spannenderes als uns sechs Deutsche sitzend auf ihren Taschen mit aufgerissenen Augen und offenen Mündern zu beobachten.

Varanasi - meine Stadt der Farben



Varanasi ist einer der bezaubersten Orte, die ich je in meinem Leben besucht habe. Leben und Tod zeigen sich hier mit all ihren Facetten. Ich komme mir vor, wie auf der Reise ins Wesen eines fremden Landes. Die farbenprächtigen Gewänder der Frauen lassen die Gassen und Märkte nur so blühen. Der Tod liegt auf den Straßen oder geht in Rauch am Ufer auf. Jung und Alt treffen aufeinander und Geburt und Wiedergeburt begegnen einen mit einem Lächeln. So arm auch einige hier zu sein scheinen, tragen sie dennoch so viel Leben in sich.
Unsere Reise in die Stadt zeigte uns gleich, was auf uns wartet … eine bunte Masse von Menschen und enge Gassen. Unsere Fahrt mit den Taxi in die Innenstadt scheiterte fast an dem Stolz unseres Fahrers, als in einer allzu engen Gasse Gegenverkehrt auftauchte. Nachdem der Gegenüber den Motor ausmachte, um zu zeigen, dass er auf keinen Fall zurücksetzen wird, machte auch unserer den Motor aus und schaute diesen beleidigt an. ...Hier werden Probleme eben aus gesessen.
In dieser Stadt leben Tiere und Menschen auf einer Stelle. Die heilige Kuh (nicht nur eine) laufen durch die Gassen Treppen rauf und runter, fressen den Müll und Essensreste, die die Menschen hier ihnen auf die Straße werfen und dafür hinterlassen die Kühe ihnen als Dank dann den kostbaren Rohstoff aus ihrem Hintertürchen. Das die heilige Kuh auch ihrer Stellung bewusst ist zeigt sie, indem sie sich nicht stören lässt mit ihren wuchtigen Körper die Gassen unpassierbar zumachen oder Grund eines Ritschaauflaufs zu sein. Noch dickköpfiger als die Taxifahrer sind die Ochsen, denen sich nichts in den Weg stellen kann...auch keine blonden, kleinen Mädchen, die gerade versuchen ein gutes Foto zu erhaschen, diese werden dann einfach -rücklinks auf die Straße geschuppst.

Dienstag, 16. Februar 2010

Valentinstag – von Bangkok nach Kolkata


“Das Klo Indiens” oder so ähnlich nannte es ein Schriftsteller und war der Meinung, dass Kolkata es nicht wert wäre, darüber zu schreiben. Das ist es aber und dies mit großer Sicherheit. Der Tod fliegt in Gestalt von schwarzen Raben durch den Smog der Stadt, welcher es fast unmöglich macht, die Sonne am Himmel zu entdecken. Das Gehupe der gelben Taxis mischt sich mit dem Flehen der Bettler. Die Strassen Kolkatas sind alles… Küche, Markt, Arbeitsplatz, Mülleimer, Spielplatz, Toilette und Schlafzimmer… dennoch fühle ich mich von ihr angezogen. Sie strahlt auf ihrere sehr eigene Art eine Faszination aus, die sich nicht in Worte fassen lässt. 
 
Unsere Bleibe entspricht dem Bild der Strasse… nachdem wir ein Haus betraten mit einer dreckigen Fassade und Gittern vor dem Fenstern, stiegen wir ein Treppenhaus hinauf, welches von Müll und Schmutz an den Wänden gepflastert war. Oben angekommen, passierten wir mit einem Blick auf andere Dächer, die nur als Silhouette durch die dicke braune Wolke in der Luft zuerkennen waren, einige Blechhütten mit kleinen Kindern und Frauen drin bis vor einer Tür mit Stahlriegel. Unsere Erwartung an das Zimmer waren allein durch den Weg dahin schon sehr geprägt und wurden dann aber enttäuscht…eines der saubersten und besten Zimmer, die wir auf unserer Reise bewohnten, wartete hinter der verschlossenen Tür…Hier sind sich Reich und Arm noch näher als irgendwo anders…

Samstag, 13. Februar 2010

Schlechter Start in Bangkok

Wir können ja nicht immer nur Glück habe und somit pachteten wir unser Pech gleich für 24 Stunden am Stück. Als würde sich Kambodscha nochmal von der guten Seite zum Abschied zeigen, lief alles gut bis wir die Grenze zu Thailand überquert hatten.
Um 3 Uhr nachmittags saßen wir immer noch wartend kurz hinter der Grenze und wussten nicht warum es mit unserer Reise nicht weiter geht. (geplannte Ankuftszeit in Bangkok 3 pm !!!)
Nach 12 Stunden Reisen für eine Strecke von 4 deutschen Reisestunden, sind wir dann völlig hungrig, durchgeschwitzt und genervt in Bangkok angekommen, um festz
ustellen, dass unser doch etwas teureres Hotel NICHT unsere Mail gelesen hatte, welche auf unsere Verspätung hinwies und unsere Zimmer gleich weiter vermietet hat. Ohne Hostel (in Bangkok sollte man unbedingt vorbuchen), ohne was zu Essen im Bauch und ohne Hilfe vom Hostelmitarbeiter, der den vermeintlichen Fehler begangen hat seine Mail nicht zulesen, waren wir nun mit schweren Gepäck auf der Suche nach einer Bleibe...doch es sollte nicht besser werden. Unsere Not (es war schon um 10 abends...) zwang uns einem wirklichen schrecklichen Zimmer zunehmen, und uns über zwei Discos, eine mit Hardrock und die andere mit Mallorca Hits 2000 in den Schlaf wiegen zu lassen.
Der neue Tag und neues Glück brachte uns dann ein ruhigeres Plätzchen und etwas Erholung, sodass wir auch die skurilen und schrägen Seiten Bangkoks ohne Nervenzusammenbruch überleben konnten....nur schnell weg hier....

Siem Reap und Angkor


Kambodscha ist vom Wesen doch nochmal ganz anders als Vietnam, was auch der Grund war, warum wir länger als geplant in Siem Reap geblieben sind. Statt uns voreiglig in das westliche Getümmel von Bangkok zu stürzen, wollten wir uns etwas mehr Zeit für die vergangenen südöstlichen Kultur nehmen, um diese in ihrer eigenen Geschwindigkeit zu geniessen.
Angkor haben wir uns an drei verschiedenen Tagen angeschaut. Einmal, weil es so groß und beeindruckend ist, dass man mehr als nur eine Reise braucht, um es im Ganzem zuentdecken und zum Anderem, weil die Hitze und die Größe des Parks es auch kaum möglich macht, dort an einem Tag durch zu rennen. Die Tempel sind zum Teil gut erhalten oder wieder errichtet worden, sodass man (wenn man nicht gerade in eine Tourigruppe läuft) einen Hauch von ganz alter Mystik zu spüren bekommt.

Samstag, 6. Februar 2010

Kids in Cambodia II

Ich habe gestern Dr. Beat Richner kennen und schaetzen gelernt. Ohne sein Projekt wuerden jedes Jahr 80.000 Kinder in Cambodia sterben....


Dies mit den eigenen Augen zu sehen ist fast unertraeglich...

Dienstag, 2. Februar 2010

Kinder in Cambodia

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Herzerwärmendes Lächeln, schallendes Kinderlachen, platschende kleine Füsse auf den Steinen...
so viele Kinder habe ich schon lange nicht mehr gesehen.
Sie schauen mit großen hungrigen Augen, bieten mit Schmollmündern Bananen zum Verkauf an, sammeln mit Stöcken in der Nacht den Müll der Reichen, liegen vor ihren bettelnden Müttern auf der Straße...
so viele arme Kinder habe ich noch nie gesehen.
Und dennoch toben sie und rennen sie mit einer Naivität und Leichtigkeit durch die Gassen, dass...
es mit die glücklichsten Kinder sind, die ich je gesehen habe...
denn nur ich weiß was ihnen fehlt.

Phnom Penh

Irgendwie habe ich erwartet, dass cambodianische Großstädte doch Ähnlichkeiten mit vietnamesischen Städten haben...falsch gedacht, eine Stadt mit 2 Mio. Einwohnern muss nicht stressig sein...Phnom Phen zeigt`s wie es geht....
Jedes Land hat dunkle Jahre hinter sich. Einige haben in Cambodia die Roten Khmer verursacht.
Bilder vom Genozid Museum ohne Kommentar....

Kampot – Besuch der Geisterstadt Bokor Hill Station

Nach 4 Wochen durch Vietnam reisen haben wir zu Fuß (nicht das wir eine Wahl gehabt hätten) die Grenze zu Kambodscha überquert. Unser erstes Ziel sollte die Geisterstadt Bokota sein, welche vor dem 2. Weltkrieg als Urlaubsort für die Franzosen ausgebaut wurde. Seit 1954 sind die Gebäude dieser kleinen Siedlung auf dem Berg nahe Kampot verlassen und unbewohnt. Der Reiseguide weist darauf hin, dass diese Geisterstadt nicht mehr lange steht, da ein Hotelkoenig diese wieder auferstehen lassen will und in ein 5 Sterne Resort verwandeln will.
Somit gibt es keine Touren nach oben sondern nur halb heimliche Tracking-Trips durch den Busch.


Man klettert ja nur 2,5 Stunden durch den Jungel, dann noch mal 1,5 auf einen Pickup auf Schotter und schon sieht jedes Geaeude einfach einmalig aus, allein schon wegen des Aufwandes,den man betreibt um diese zu sehen. Von uns Vieren hat es leider nur eine bis auf die Bergspitze geschafft. Einer gab schon vorm Ticketkauf auf. Die Zweite (und nun kann ich nicht mehr sagen, dass wir von ungeniessbaren Essen verschont worden sind) hat das Fruehstuecksei nicht vertragen und der Dritte musste sie den halben Weg auf den Schultern wieder runter tragen....da must ich nun alleine, die 51 Dollar verwerten und Fotos fuer drei machen....

Donnerstag, 28. Januar 2010

Im Paradies

Als Abschluss unserer Reise in Vietnam sind wir vom Stress auf die Insel Phu Quoc gefluechtet und haben Vietnam nochmal von einer ganz anderen Seite gesehen. Hier laeuft die Uhr noch etwas langsamer und alles ist viel bequemer auch die Wellen des Meeres nehmen sich mehr Zeit.
Voll getankt mit Sonne geht es nun auf in den Norden nach Kambodscha, wo neue Leute, Braeuche und Abenteuer auf uns warten....

Donnerstag, 21. Januar 2010

Vietnam - mit gemischten Gefühlen

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Diese Land hat viel zu bieten...ohne Frage, aber gerade deswegen stehe ich nun diesem Land mit gemischten Gefühlen gegenüber. Um es zu lieben ist es viel zu hässlich und um es zu hassen viel zu schön. Denke ich darüber nach, was mir hier nicht gefallen hat überfällt mich Wehmut, da der Verdacht, dass das Adoptierten des Westens der Grund für das Unschöne ist, sehr nahe liegt. Als würde man einer wunderschönen Blume mit nur einer Blüte Düngemittel geben und viele hässliche kleine Blüten dadurch mit erwecken. Immer wieder begegnen einem die selben Situationen, entweder entdeckt man in der wahren Schönheit des Landes ein dreckiges kleines Detail oder gerade wenn man geschockt von der Widerlichkeit ist, kommt ein kleiner Lichtblick hervor...
Verfolgte ich einen wunderschönen Schmetterling durch ein saftig grünes Reisfeld, in dessen Wasser sich der tiefblaue Himmel spiegelt, führte er mich zu einen zweitem Schmetterling mit dem er anfing umher zu tanzen bis sie beide auf eine weggeworfenen Pepsidose landeten.
Kämpfte ich mich durch das Touristenviertel einer kleinen Hafenstadt, bedrängt von Verkäufern, die mir ihre Ware anboten, dessen Preis sie an meiner weißen Haut bemaßen, kam ich zu einer kleinen alten Frau, die mir dankend die Tiernamen ihrer kleinen Porzellanfiguren auf Vietnamesisch beibrachte, mit einem schönerem und liebevollerem Lächeln als das der viele jungen Schönheiten, die die Märkte zierten.
Fuhr ich mit einem kleinen Holzboot durch die Auswüchse des Mekongs, durch Palmen und Früchte, die das Ufer schmückten, an kleine Bambushäuser vorbei, an dessen Steg kleine Kinder spielte, traf ich auf einen Strom, der alles Neue aus der Stadt mit sich brachte, Plastiktüten, Gummilatschen, Tetrapack, Styroporkästen...
Und wer ist schuld? Ich... die Badelatschen zum Duschen braucht, ich... die Cola mit Eis zu ihrem Essen trinkt, ich... die ihre handgeschneiderte Jacke in einer Plastiktüte vor dem Regen schützt?
Genau ich sollte die sein, die sich mit diesem Wasser aus dem Fluss die Zähne putzt und nicht das Mädchen auf dem Steg.

Can Tho

Trotz fetter Erkältung machte ich mich heute mit den anderen Drein um 6 früh auf um die schwimmenden Märkte Can Thos zusehen und das frühe Aufsteht hat sich wirklich gelohnt, aber seht selbst...

Mittwoch, 20. Januar 2010

Ho Chi Minh City - Saigon

Es überrascht mich, dass solch ein kleines Land solch eine Vielfältigkeit in ihrer Eigenart aufzeigen kann. Endlich haben wir die Wolkendeck völlig hinter uns gebracht und nach einen Tag in Saigon (die meisten Vietnamesen selbst nenne es immer noch Saigon) wünschen wir uns schon die Kühle des Nordens zurück. Die Sonne sieht man hier in Saigon nicht, dazu ist die Smogwolke einfach zu dick, aber dennoch - oder gerade deswegen drückt die Hitze ganz schön und stieg den Mädels zu Kopfe. Saigon ist noch mal ganz anders als Hanoi. Hier drängt sich der Unterschied zwischen Arm und Reich und Ost und West am stärksten auf. Coffee Shops, Edelkaufhäuser, teure Hotels und Restaurants, deren Preise so einigen berliner Einrichtung Konkurrenz machen, stehen Seit an Seit mit kleinen wandernden Straßenshops und Verkäuferin deren Quantität und Varianz der Waren nicht selten auf ein handgemachtes Produkt reduziert ist; gegenüber von einem der teuersten Residenzen in der Stadt wäscht ein alter Mann sein einziges Hemd an einen öffentlich Schlauch der zu Bewässerung der Stadtpflanzen gedacht ist. Woher man weiß, dass dies ein einziges Hemd ist?...nur eine Vermutung aber warum sollte er nichts anderes als nur eine Hose tragen, wo die Kultur hier eine Bedeckung des Oberkörpers auch bei Männern erwartet.

Dienstag, 19. Januar 2010

Busfahren in Vietnam – auf dem Weg von Hoi An nach Saigon

Das ist hier echt ein Abenteuer. Beim Kaufen des Open Bus Ticket fragte man uns ob wir sitzend oder liegend reisen möchten. Bei einer Strecke von über 24 Stunden war die Vorstellung diese schlafend zu verbringen doch ein Wehmutstropfen bei den Straßen hier in Vietnam. Ok slepper ist ein gut Sache, wenn man sich dort nicht wie in eine Sardinenbüchse vorkommt. Viele europäische Mitreisende, überwiegend Männer hatten arge Probleme in die kleinen Betten in Länge und Breite rein zu passen, zum Glück nicht unsere Männer der kleinste hatte sich gleich eins der zwei XXL Betten in dem Bus reserviert und reiste somit auch vorwiegend nicht gekrümmt. Aber dennoch ist das größte Problem nicht der Bus selber sondern einfach die Straßen. Man hatte schon das Gefühl, dass der Busfahrer noch mal extra auf das Gas trat um den kommenden Hügel auch so richtig auszunutzen. Achterbahnfahren in einer der deutschen Spaßparks ist nichts gegen die Aufregung die man verspürt, wenn man einem der oberen Betten 30 cm liegend in die Luft hüpft, so dass die Nasenspitze nur knapp eine Kollision mit der Decke entgeht....aber auch nur weil man inzwischen mindestens eine Hand zum Abfedern der Sprünge verwendet. Die Antwort auf die Frage eines besorgeten japanischen Vaters ob seiner Familie ein Anschnallgurt zur Verfügung steht, wurde von zweitem Busfahrer mit ein „NO“ abgewehrt als hätte man ihn um das Servieren von Kaviar und Champagner gebeten....so ein unnötigen Luxus hat man wohl abgeschafft. Die Überreste eines Gurtes fand ich an der Seite meines Bettes, während ich verzweifelt nach einer Möglichkeit suchte meinen Körper irgendwie ans Bett zu fesseln, da ich keines Wegs meinem Rucksack folgen wollte, der auf dem Mann unter mir bei einer der Sprungaktionen landete.

Nach dem wir so einige blaue Flecken hatten, man uns zwei Mal fast in einen Ort sitzen lassen hat bei der Pause...28 Stunden Fahrt und nicht mal 20 Minuten Essenspause wurde einem gegönnt, zum Glück gab es Gäste die unser Fehlen bemerkt haben...wie schon erwähnt es gibt auch äusserst freundliche und liebe Menschen hier im Land (die vielleicht hier in diesem Blog etwas zu kurz kommen)...sind wir nach 28 Stunden Rumgeschüttel in Saigon destrict 1 angekommen und schneller wieder in den liegenden Zustand zurückgekehrt, als man nach einer so langen Fahrt in einen SLEEPER erwarten würde....man war das anstrengend!....

Freitag, 15. Januar 2010

Hoi An

Die Fahrt nach Hoi An war doch viel entspannter als die vorherigen Busfahrten, was aber auch an den 5km/h Geschwindigkeitsbegrenzung in den kleinem Bergpass lag den wir überqueren mussten. Somit hatte ich ein schönen Ausblick auf die in Wolken liegenden Berge und Seen in den Tälern.

Der Lonly Planet warnt einem vor dieser touristischen Stadt Hoi An. Das sie anders ist, als die bis dahin besuchten Städte, merkten wir schon an unserem Hotelbesitzer. Dieser meinte, wenn es uns nicht gefällt, dass er nun plötzlich doch mehr für ein Zimmer berechnet (nachdem wir nur aufgrund des Angebots seiner Tochter das Hotel betraten und die anderen beiden schon ein Zimmer bezogen haben) dann könnten wir auch einfach ein anderes Hotel suchen....(mit mind 15 kg Gepäck auf den Rücken...Handgepäck nicht eingerechnet) Naja langsam verlieren sogar die Gemütlichsten unserer kleinen Reisetruppe (das bin nicht ich...siehe Taxifahrt) die Geduld mit der doch so unehrlichen Verhandlungsweise der Einheimischen (Ausnahmen ausgeschlossen und davon gibt es zum Glück einige). Wir entschieden uns zubleiben, obwohl der Ärger noch etwas länger in unseren Bäuchen grummelte....“ruhig bleiben und einfach immer lächeln“.

Am Ufer des De Vong Rivers angekommen wussten wir was Mr. Lonly Planet meinte, auf einen Einheimischen kommt mindestens eine Person mit Fotoapparta (Canon 7D oder Nikon 5D) um den Hals und die Preise haben sich auch der Kaufkraft dieser Touristen angepasst. Dennoch gab es noch genug authentischen Trubel und kleinen Plastikhocker- Imbisse auf der Straße, bei denen wir gerne nicht von der Karte sondern einfach vom Tisch: Reis und Gemüse oder eine traditionelle Pho essen konnten.


Mittwoch, 13. Januar 2010

Hué

"Ja hier finde ich es schön" ...bis auf das Wetter...man kann von jedem etwas in Hué finden...Stress von Hanoi...Grünes von Ninh Binh, Ruhe von der Ha Long Bay und Historisches von allem...

Da die Jungs es sich nicht nehmen lassen konnten die Kriegsschauplätze des Vietcong zu besuchen und in deren Tunnel rum zu kriechen, wollten wir Mädels auch was gefährliches tun.... Fahrrad fahren...ja nicht in Deutschland sondern auf den Straßen Vietnams...gut dass die Muttis das nicht gesehen haben, wie wir zwei Blond-schöpfe mit klapprigen Rädern uns unseren Weg durch hupende Mopeds und Autos suchten...nach dem Motto „immer mit der Masse mit“, damit die Wahrscheinlichkeit kleiner ist überfahren zu werden. Der Regen und durchnässte Sachen hielt uns dann davon ab alle Gräber abzuradeln...naja und fehlender Orientierungssinn...was aber an der ungenauen Karte des Lonely Planet und dem fehlendem Verständnis bei den Vietnamesen uns zu helfen lag (wenn man was kaufen will sind sie so nett, aber den Weg wollen sie einen nicht zeigen....hmmm?? naja zum Glück nicht überall... in Hanoi bekamen wir auch mal kostenlosen Rat)

Ninh Binh

Schon nach 30 Minuten in einem authentisch vietnamesischem öffentlichen Bus waren die Akkus, die wir auf der Insel aufgeladen hatten wieder runter. Versucht man durch die Reihen solch eines Busses durch zukommen bleibt sogar ein Persönchen wie ich ständig mit dem Becken hängen und kann sich gerade nur so bis zu den gewünschten Platz durch quetschen.

Somit kam uns ,das im Vergleich zu Hanoi verschlafene Städtchen Ninh Binh gerade recht. Und hier sollte auch Vietnam mal endlich seine landschaftlichen Schönheit zeigen. Einen Tag lang fuhren wir mit gemieteten Auto und Fahrer durch die Umgebung der Stadt. Das Auto konnte nicht unangemessener gewählt sein...es war ein dicker schwarzer Jeep mit getönten Scheiben, so dass beim Durchqueren der engen kleinen Gassen mit den halb zerstörten und veralteten Häuschen, wir nicht mehr wussten was auffälliger gewesen wäre: ein Haufen Langnasen auf einen Karren der von einem Wasserbüffel gezogen wird oder unser Auftreten als Superstars mit Bodyguard. Wir machten eine Bootstour, bei der die Ruderinnen mit den Füßen rudern, besuchten einen Tempel der gerade als Filmschauplatz diente und stiegen 500 Treppen hinauf und wieder runter um die grüne Seite des Landes kennen zu lernen....ein gelungener Tag bis auf das schlechte Wetter, was uns seit Hanoi verfolgt.

Montag, 11. Januar 2010

Ha Long Bay


Nördlich von Hanoi soll sich ein kleines Naturwunder verbergen. In der Ha Long Bay ragen tausende kleine Hügel aus dem Wasser, welche von Nebel und schwimmenden Dörfern umgeben sind.


Mehr hüpfend statt fahrend brachte uns ein kleiner Bus von Haiphong über noch nicht fertige Straßen zu einer Fähre. Auf dem Weg dort hin bewunderte ich die mutigen Straßenarbeiterinnen, die hockend mit ihren Händen und selbst geflochtenen Körben Steine platzierten damit dann Männer gemütlich sitzend mit motorisierten Walzen darüber fuhren. Fliegende Verkäuferinnen die den ganzen Tag die Ware auf den Schultern tragen, Straßenarbeiterinnen die schwere Steine transportieren obwohl schon alles motorisiert ist, hier weiß man noch wer die Hosen an hat. Nein das ist keine Kritik nur eine Feststellung....



Leider hatten wir mit dem Wetter nicht soviel Glück, was aber den Aufenthalt authentischer machte, da wir unsere Tour durch die Hügeln in einer dicken Nebelsuppe bewältigten...dennoch war die Szenerie traumhaft.

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