Donnerstag, 11. März 2010

Abschied von Indien

Ja Indien ist schon eine andere Welt, oder besser andere Welten als das heimische Deutschland. Nicht nur Uhren sondern auch Menschen und Kühe scheinen hier anders zu ticken als bei uns zu hause. Mit ein paar Kleinigkeiten, welche man immer bei sich haben sollte, kann Indien nicht nur ein unvergessliches, sondern auch schönes Abenteuer sein. Hier meine Liste der wichtigsten Gegenstände:
  1. Ohropax, gut gegen Chaiverkäufer im Zug, laute Gebete am sehr, sehr frühen Morgen oder schnarchende Nachbarn
  2. Toilettenpapier, für die üblichen „Geschäfte“ auf diversen Örtlichkeiten mit unterschiedlicher Ausstattung....und für den Schnupfen nach dem Smog in den Großstädten.
  3. Versiegeltes Trinkwasser, oder noch mehr Toilettenpapier für den Morgen danach
  4. Schlafsack, nur mit den wenigsten Decken in Indien wollten wir uns zudecken
  5. Eine Grubenlampe damit die dunklen Gestalten in den dunklen Gassen auch Gesichter bekommen.
  6. Geduld, für Zugverspätungen und indische Bürger, welche lieber erst einsteigen bevor auch nur einer/e aus dem Zug raus ist....das erklärt auch warum die Züge immer so voll aussehen...“wenn man mal drin ist, kommt man nicht so leicht wieder raus“
  7. gute Freunde, die aufpassen, dass man nichts zurückgelassen hat, seine Diät nach einer Magenverstimmung einhält und einen verstehen wenn alle anderen ungläubig schauen.
  8. viel viel Humor, für Geschäftsleute, denen das Trinkgeld zu dreckig ist, für Mit-Kunden, die nicht nur den Ellenbogen benutzen um vor drängelnde, für Rikschafahrer, die einen überall hinfahren nur nicht dorthin, wo man will, für kleine Kinder, die nach einer Stunde Mitspielen nach Geld fragen, für Autofahrer, die für Kühe anhalten aber auf Fußgänger Jagt machen und all die anderen kleinen kulturellen Differenzen........
Wie am ersten Tag in Kolkatta fasziniert mich Indien immer noch. Nur kann ich es zum jetzigen Zeitpunk auch beim Namen nennen, was so faszinierten ist.

Ich kann hier jeden Luxus haben, den es auch zu Hause gibt mit keinem Unterschied der Qualität. Doch fährt man zum Beispiel mit dem Zug hinein nach Delhi, stellt sich dies als ein Privileg der Wenigen heraus und die Mehrheit lebt unter Bedingungen, wie es sich kein Einziger in Deutschland vorstellen mag.
Frauen mit ihren leuchtenden Saris sind die Lichtblicke jeder Stadt, Mütter aller Kinder und wichtiges Mitglied der Gesellschaft, welches um seine Möglichkeiten und Freiräume so stark beschnitten ist, dass der Schein erweckt wird, als wären sie eine Last.
Auch kann sich nur ein kleiner Teil der Bevölkerung Kritik leisten, denn nur wer Bildung geniesst und weiß, wie es auch anders sein kann, spricht über sein Indien mit Wehmut und Bedauern.


Es kommt einem vor, als wäre Indien ein Land ist aus vielen verschiedenen Kulturen, Menschen, Orten, Bräuchen und Gesellschaften, welche am selben Ort aber völlig parallel zueinander leben. Eine Frage kommt nun auf: was haben sie gemeinsam, warum sind Inder ein Volk? Vielleicht finde ich die Antwort darauf,  das nächste Mal, wenn ich wieder diese fremde Welt betrete, die faszinierend ist, weil ich sie jederzeit verlassen kann....

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