Ich wollte euch nicht schon vorher erzählen, dass ich ein Zimmerchen (und das ist auch nur ein Zimmerchen) in Aussicht habe, da ich keine schlechten Nachrichten herauf beschwören wollte. Nun hat es ja geklappt. Ich habe schon in Berlin die Mail erhalten, dass A. und S. eine Mitbewohnerin suchen und es war auch die erste Wohnung, die ich mir angeschaut habe und die beste bis jetzt. Sie liegt gleich hinter dem Hauptgebäude der UTS und ich kann vom Bett direkt in den Vorlesungssaal fallen. Die Bibliothek ist auch gleich um die Ecke…ja ja ich weiß, dass ihr schon euren Kopf schüttelt … ich verspreche hoch und heilig nicht zu oft darin zu sitzen, sondern auch mal am Strand nur faul rum liegen und die Seele baumeln lassen. Das Appartement ist zweistöckig. Unten sind das Wohnzimmer mit einer amerikanischen Küche und eine Waschkammer. Oben sind dann unsere Zimmer, wobei A. und ich mir ein Bad teilen und S. (er ist ein Mann) sein eigenes hat. Das Zimmer ist recht klein, aber dafür sind die Mitbewohner total nett, es ist sauber und vergleichsweise bezahlbar (wobei es etwas mehr kostet als meine komplette Wohnung in Berlin). Wie ihr auf den Bildern sehen könnt hat es IKEA auch bis hier her geschafft. Einen kleinen Schreibtisch werde ich mir noch besorgen müssen, aber das kann warten.
Die erste Nacht hier war schon etwas merkwürdig. Ich habe noch nie allein in einer Wohnung mit mir komplett fremden Menschen verbracht. Ich muss aber dazu sagen, dass sie mir ein Willkommensessen gemacht haben und wir dabei sehr viel Spaß hatten. Der Freund von A. (ein sympathischer Franzose der mich an meinen kleinen Chaoten erinnert) hat mich dann gleich über Nietzsche ausgefragt…nun ja antworten konnte ich ihn da nicht viel, außer das er vor meiner Zeit gelebt hat ;).
Leider habe ich die erste Nacht auch nicht viel geschlafen, da sich eine gemeine Mücke durch mein Fliegengitter gedrückt hat und nun habe ich fünf Mückenstiche. Wer mich persönlich kennt weiß, dass diese bei mir Teller groß werden schon ohne, dass ich daran kratze. Naja nun klebt die Mücke als Warnung für alle nachkommenden an meine Tür. Leider habe ich sie erst im Morgengrauen erwischt nachdem sie das Massaker auf meinem Körper angerichtet hat. Ich muss sagen, dass es etwas laut in der Bude ist, aber dies liegt weniger an dem Verkehr als daran, dass die Australier nur einfach Fenster haben, die wahrscheinlich keinen Huster standhalten. Ein weiteres Indiz dafür, das die Häuser hier nur bessere Kartenhäuschen sind, ist dass man keine Nägel in die Wand hauen darf, weil sonst die Gefahr besteht, dass es zusammenbrechen könnte. So einigen Häusern, die ich auf meine Hausbesichtigungstour gesehen habe, sieht man diese Instabilität auch an. (Man ich ärger mich immer noch, dass ich damals meinen Fotoapparat zuhause gelassen habe). So richtig eingelebt habe ich mich noch nicht …aber das wird schon.

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