Samstag, 21. Februar 2009

Woche der Orientierungslosen- Auf der Suche nach Australiern (21.02.2009)

In der Orientierungswoche an der UTS gab es viele Möglichkeiten bei dem Regenwetter sich die Zeit in der Uni mit Informationsveranstaltungen zu vergnügen. Alles was wir uns selbst in mühsamer Eigenarbeit oder über das ganze Semester verteilt in einem Tutorium beigebracht haben oder immer noch auf der Suche nach einer angemessenen Lösung sind, wird hier in dieser einen Woche in verschiedenen Kursen gelehrt, wie zum Beispiel akademisches Lesen oder Schreiben oder wie motiviere ich mich selbst zum Lernen und wie gehe ich mit Prüfungsangst um.

Eines haben sie uns nicht gelehrt…wie belege ich meine Kurse…Ich hatte so einigen Stress mit meiner Kursbelegung, die online getätigt werden soll, wenn es funktioniert…wenn nicht muss man an einen Schalter und in Anwesenheit einer netten Dame versuchen über eine Mail seine Kurse zu erzwingen.

Wenn wir uns nicht gerade mit der Kursbelegung rumgeärgert haben, oder in einen der Kurse saßen, in denen wir als alte Hasen kaum noch was lernten, waren wir auf einer der unzähligen Partys. Ich glaube die Uni war der Meinung, dass Alkohol und etwas Musik die Hemmungen zum Kennen lernen senken würde, so veranstalteten sie in der letzten Woche fünf verschiedene Partys. Und in der Tat…ich lernte eine Menge Leute kennen, eine nette Italienerin, drei Niederländerinnen, zwei Slowaken, massig Deutsche (wenn man Deutsche kennen lernen will muss man nach Sydney!!!), einen Saudiarabier, zwei Inder und noch mal massig Deutsche, nur keine(n) Australier/in. Ich war noch nie so gewillt meine Handynummer weiter zu geben, wie in der letzten Woche. In einer Informationsveranstaltung hatten sie uns gesagt, dass die Deutschen nicht so zusammenkleben sollen…leichter gesagt als getan, wenn die zweigrößte Gruppe der internationalen Studenten Deutsche sind (die größte sind Inder).

Natürlich war ich auch auf der Suche auf einen/r Tandempartner/in, der/die mich in das Unileben einführen sollte und mir etwas mit der Sprache helfen sollte. Aber so hilfsbereit auch die Leute an der Uni sind, es gibt kein richtiges Tandemprogramm an der UTS. Es wurde eine Networkparty veranstaltet, auf der alle internationalen Studenten sich um wenige Einheimische gerissen haben. Ich habe auch einen abbekommen jeah…er war 18 und selbst im ersten Semester an der Uni…hmmm 18?!...naja nicht nur das wir keine gemeinsamen Themen hatten, sondern er wusste selbst nicht, wie es an der Uni zugeht. Naja ich gebe nicht auf und mache mich weiter auf der Suche nach Australier…in meinem Alter !

Montag, 16. Februar 2009

Mein neues Zuhause (16.02.2009)

Ich wollte euch nicht schon vorher erzählen, dass ich ein Zimmerchen (und das ist auch nur ein Zimmerchen) in Aussicht habe, da ich keine schlechten Nachrichten herauf beschwören wollte. Nun hat es ja geklappt. Ich habe schon in Berlin die Mail erhalten, dass A. und S. eine Mitbewohnerin suchen und es war auch die erste Wohnung, die ich mir angeschaut habe und die beste bis jetzt. Sie liegt gleich hinter dem Hauptgebäude der UTS und ich kann vom Bett direkt in den Vorlesungssaal fallen. Die Bibliothek ist auch gleich um die Ecke…ja ja ich weiß, dass ihr schon euren Kopf schüttelt … ich verspreche hoch und heilig nicht zu oft darin zu sitzen, sondern auch mal am Strand nur faul rum liegen und die Seele baumeln lassen. Das Appartement ist zweistöckig. Unten sind das Wohnzimmer mit einer amerikanischen Küche und eine Waschkammer. Oben sind dann unsere Zimmer, wobei A. und ich mir ein Bad teilen und S. (er ist ein Mann) sein eigenes hat. Das Zimmer ist recht klein, aber dafür sind die Mitbewohner total nett, es ist sauber und vergleichsweise bezahlbar (wobei es etwas mehr kostet als meine komplette Wohnung in Berlin). Wie ihr auf den Bildern sehen könnt hat es IKEA auch bis hier her geschafft. Einen kleinen Schreibtisch werde ich mir noch besorgen müssen, aber das kann warten.

Die erste Nacht hier war schon etwas merkwürdig. Ich habe noch nie allein in einer Wohnung mit mir komplett fremden Menschen verbracht. Ich muss aber dazu sagen, dass sie mir ein Willkommensessen gemacht haben und wir dabei sehr viel Spaß hatten. Der Freund von A. (ein sympathischer Franzose der mich an meinen kleinen Chaoten erinnert) hat mich dann gleich über Nietzsche ausgefragt…nun ja antworten konnte ich ihn da nicht viel, außer das er vor meiner Zeit gelebt hat ;).

Leider habe ich die erste Nacht auch nicht viel geschlafen, da sich eine gemeine Mücke durch mein Fliegengitter gedrückt hat und nun habe ich fünf Mückenstiche. Wer mich persönlich kennt weiß, dass diese bei mir Teller groß werden schon ohne, dass ich daran kratze. Naja nun klebt die Mücke als Warnung für alle nachkommenden an meine Tür. Leider habe ich sie erst im Morgengrauen erwischt nachdem sie das Massaker auf meinem Körper angerichtet hat. Ich muss sagen, dass es etwas laut in der Bude ist, aber dies liegt weniger an dem Verkehr als daran, dass die Australier nur einfach Fenster haben, die wahrscheinlich keinen Huster standhalten. Ein weiteres Indiz dafür, das die Häuser hier nur bessere Kartenhäuschen sind, ist dass man keine Nägel in die Wand hauen darf, weil sonst die Gefahr besteht, dass es zusammenbrechen könnte. So einigen Häusern, die ich auf meine Hausbesichtigungstour gesehen habe, sieht man diese Instabilität auch an. (Man ich ärger mich immer noch, dass ich damals meinen Fotoapparat zuhause gelassen habe). So richtig eingelebt habe ich mich noch nicht …aber das wird schon.

Donnerstag, 12. Februar 2009

Straßenverkehr linksherum (12.02.2009)

So langsam kann ich daran gewöhnen immer erst in die andere Richtung zuschauen bevor ich die Straße überquere, aber Sydney hat noch ein paar andere Merkwürdigkeiten im Straßenverkehr zu bieten, als nur dass sie alle andersherum fahren. An jeder Ampel muss man einen Knopf drücken, damit es überhaupt nach einer halben Ewigkeit grün wird. Im Großen und Ganzen ist der Verkehr hier eher auto- als fußgängerfreundlich ausgelegt. Ich habe ganz schön damit zukämpfen mich nicht von einem Auto überrollen zu lassen… hier gilt--- „Wer bremst ist eine Lusche“--- also wie am Hackeschem Markt einfach mal rüber, kann hier einem das Leben kosten. Auch schön sind hier die öffentlichen Busse (in Deutschland herstellt)…heute bin ich eine Stunde früher los zur Uni (dachte: „ naja, wenn die Straßen voll sind wird es etwas länger dauern“), aber nicht nur das sie unpünktlich sind, sie überholen sich gegenseitig, so dass die gewohnte Reihenfolge nie eingehalten wird und das Beste--- sie halten nicht !!! Ich … ahnungslos wie ich nun hier bin…warte an der Bushalte stelle und der erste 393 (mein Bus zur Uni) fährt an mir vorbei…der zweite 393 fährt an mir vorbei…ach das hatte ich ganz vergessen man winkt hier nach den Bussen…also springe ich schon wie wild rum in der Annahme, dass ich einfach zu kleine bin und wedle ganz aufgeregt mit den Armen…aber nein auch der dritte Bus fährt an mir vorbei. Mein Zeitdruck und meine Verwunderung über das merkwürdige Verhalten der Busfahrer trieb mich dazu, eine Frau an der Bushaltestelle auf meinem tollen Englisch zu fragen: „Do you know why the bus didn`t stop?“ In Sydney ist es nicht wie in Babelsberg, dass der Bus so viele Studenten lädt bis die Gliedmaßen aus den Fenster gedrückt werden, die Busse halten nicht wenn sie voll sind, so kann es sein das man zur Rushhour wartet bis man schwarz wird. Aber es gibt auch was schönes…man bedankt sich nach der Fahrt beim Busfahrer, vor allem jüngere Menschen sagen beim Aussteigen „Thank you, Mr. Bus Driver“.

Dienstag, 10. Februar 2009

Auf Zimmersuche --- Am Tag als die Küchenschaben auszogen – (10.02.2009)

So nun nach kurzer Erholung vom Jetlag habe ich mich in der großen Stadt Sydney auf die Suche nach einer Wohnung gemacht. Die erste Besichtigung wurde mir durch Ralf vermittelt, der mir schon in als ich noch in Berlin war, eine E-mail mit einem Gesuch schrieb. Das Appartement war nur 100 Meter von der Uni entfern und von einer sehr netten Japanerin und einen mir bis jetzt unbekannten Mann bewohnt. Das Zimmer war winzig. Der Platz reichte gerade mal für ein 1-Personen-Bett, einen Kleiderschrank und eine Kommode. Wenn man noch einen winzigen Tisch reinstellen würde, wäre es dann bis obenhin voll. Die Mitbewohnerin war sehr freundlich, konnte mir aber nur spärlich Auskunft geben, da der Hausherr leider nicht da war.

Den Tag darauf gab es zwei Wohnungsbesichtigungen in Redfern und nun kommt`s ….

Ihr glaubt nicht was für Zimmer …eher Löcher hier einen angeboten werden, für eine Miete die ich nicht mal für meine kleine, wunderschöne Einraumwohnung in Prenzlauer Berg in Berlin bezahle.

Oh mein Gott… kennt ihr diese ranzigen Häuser aus den Horrorfilmen…wo man vorm Fernseher sitzt und sich fragt warum die Hauptfigur den Braten nicht riecht, dass dort drin nur ein Monster hausen kann. Das Haus fiel fast zusammen…man konnte nicht erkennen was es noch zusammen hielt. Wahrscheinlich durften die Bewohner es nur abwechseln verlassen und der zuhause gebliebene Rest musste die Wände zusammenhalten. Die Wände waren keimig, wie der Boden, welcher von schrecklichen, an den Ecken angeknabberten PVC bedeckt war. Das freie Zimmer war in der hintersten Ecke im EG des Hauses…es war wahrscheinlich mal die Abstellkammer. Dann führte der junge Mann, die Leute die nach dem Blick ins Zimmer nicht schon fluchtartige das Haus verlassen haben, nach oben. Über eine schmale Holztreppe die es auch nicht mehr lange macht und die kein Geländer mehr hatte kamen wir (eine nette Norwegerin die genauso neugierig war wie ich, ob es noch schlimmer wird war bei mir) ins Bad…die Wanne in SAW war sauberer … oh mein Gott da wurde seit der Entdeckerzeit nicht mehr sauber gemacht……von dem Zeitpunkt an tat es mir leid, dass ich meine Kamera für euch nicht mitgenommen habe.

Wenn ihr glaubt, dass das alles war …NEIN ;P

Der junge Mann sagte uns da wäre noch ein Zimmer in einer anderen Strasse...nur ohne Fenster…die nette Norwegerin und mich packte die Neugier und Schaulust…und genau diese Adresse hatte ich mir für diesen Tag auch noch aufgeschrieben. Als wir nach langem Warten vor der Tür auf den Hausbesitzer (es liefen an uns attraktive junge Männer mit Anzug ins Haus hinein was uns etwas Hoffnung gab) ins Zimmer ohne Zimmer kamen fielen wir fast rücklings wieder raus…es hatte KEINE Fenster…und war tagelang nicht geöffnet worden aber es waren noch Lebensmittel drin (hatte ich erwähnt, dass 47 Grad am Wochenende in NSW waren?). Also da schläft man doch lieber im Park bei frischer Luft dachte ich.

Ich glaube der Backpackertourismus hier hat leider einige auf die Idee gebracht ursprünglich süße, kleine Häuser in Touristenbunker zu verwandeln. Sie teilen die ursprünglichen Zimmer sooft es nur geht mit Wänden (Nicola erzählte mir, dass sie ein Zimmer gesehen hat, wo dies nur mit Bretten gemacht wurde, wo die Schlitze dazwischen nicht einmal geschlossen waren) und versuchen soviel Geld wie nur möglich zu machen… und es gibt immer jemand die in diese Zimmer leben. Zurück zu dem gut aussehenden Typ im Anzug…wie einsam muss der sein da geht doch niemals eine Frau mit ihm auf Zimmer ohne Angst um ihr Leben haben zu müssen. Wenn schon nicht von giftigen Tieren in Sydney getötet wird, dann doch von den Keimen die in solch einem Haus hausen…..nun gut drückt mir die Daumen, dass es besser wird und ich Glück habe.

Montag, 9. Februar 2009

Der erste Tag an der Uni (09.02.2009)

Wisst ihr noch wie der erste Tag an der Uni Potsdam war?...Alles neu, alles ungewohnt und man stand völlig hilflos da und wusste nicht wohin mit sich. Hier ist es ganz anders. Zwar ist alles neu und man hat viele Fragen, aber es dauert nicht zwei Monate wie in Potsdam, dass diese beantwortet werden.

Am ersten Tag rennen überall Studenten mit T-shirt in orange rum und lassen sich nicht davon abhalten jeden neuen persönlich mit einem Gespräch über deine neue Uni zubegrüßen. In der Begrüßeung geht man gleich auf bekannte Probleme wie Heimweh, Stress und Depressionen ein...und rät einem zu Sport und Gesellschaft als Gegenmittel...sogar zum Daten haben sie uns animiert ;) Nach drei Stunden Begrüßung mit Tee und Tanz...

(ich musste da an die schreckliche Begrüßung der internationalen Studenten denken die ich letzten Sommer mit meiner Tandempartnerin mitgemacht habe ...wo sich nur diverse Vertreter der Vertreter dazu durchringen konnten die neuen Studenten zubegrüßen)
...sind wir mit den Peers erstmal essen gegangen um uns mit ihnen über die Unis auszutauschen.
ZUm Schluss gab es noch einige Formalien zu erledigen, wie die Studiengebüren zubezahen...nach eine kurzen Blick auf die Rechnung meines Nachbarns war mir klar wie viel Glück ich doch mal wieder gehabt habe (4500 € im Semester Hola die Waldfee).

Freitag, 6. Februar 2009

Meine Reise (06.02.2009)

Oh man...hätte nie gedacht, dass die Reise so anstrengend wird. Ich habe erst 6 Stunden nach Abu Dhabi gebraucht und dann 12 Stunden von dort aus nach Sydney...und das in einer Sardinendose...Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wie eng das Flugzeug war und wie wenig Platz man hatte...

(für die Potsdamer Studenten: als würdet ihr 12 Stunden in einer der Hörsäle in G-See sitzen)

Das Essen in Miniportiönchen und im Flieger nach Sydney hatte ich das Vergnügen mit 10 Kleinkindern mir die Kabine zuteilen. Das einzig Gute war das Unterhaltungsangebot, welches man mit einem Touchscreen im Sitz vor einem nutzen konnte...habe einen neuen Tetrisrecord aufgestellt.

Dienstag, 3. Februar 2009

Jetzt wird's ernst !!! (03.02.2009)

Es sind nun weniger als 24 Stunden bis zum Abflug und langsam wird mir bewusst, dass ich mein heiß geliebtes Berlin und die Leute hier für eine Weile nicht mehr sehen werde.

Aufgeregt bin ich nicht nur in Sorge etwas wichtiges hier zu vergessen....

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