Jepi noch zwei Mal schlafen und dann ist der Besuch aus Deutschland da....nicht das es hier nicht schon genug Deutsche gibt, aber die sind nicht so toll wie mein Besuch...:)
„Wir haben zwei neue Mitbewohner“ waren die Worte mit denen ich A. aus ihrem Zimmer lockte um sie zu bitten mir beim Einfangen unserer Besucher zu helfen, die sich während meines Abendbrots vom TV-Bereich gegenüber von mir sich über mich lustig machten. Ich wusste gar nicht, dass Kakerlaken so schnell sein können. Ich hatte nicht aufgepasst und die Balkontür einen Spalt weit offen gelassen und da fühlten sich die beiden wohl gleich eingeladen. Nach einer halben Stunde Sofa hin und her schieben und wilden rum gekrabble hatte A. die beiden eingefangen (das ist die Version für Tierfreunde und für die unter 16-jährigen unter euch;P). Ich habe kein Problem mit Kakerlake, da gibt es für mich viel Ekelhafteres hier in Australien, wie Spinnen.
Also ich kann nicht sagen, dass ich die Horrorgeschichten aus dem Buch „Frühstück mit einem Känguru“ von Bryson bestätigen kann, aber richtig abstreiten kann ich sie auch nicht. 
Ich glaube die Australier mache sich einen Witz draus, Fremden von ihren riesigen Handteller großen Spinnen zu erzählen. Nicht nur mein Mitbewohner S. hat mich über die Notwendigkeit dieses Tieren aus den Weg zugehen erzählt… nein auch mein Surflehrer genoss es in einer großen Frauenrunde (und diese hatten alle nur Bikinis an…ein Traumjob für jeden Mann) von furchteinflössenden Spinnen und Schlangen in den Wäldern von NSW zu erzählen…in den wir uns zu dieser Zeit auch gerade befanden…na dann „gute Nacht“ auch. Gesehen habe ich diese bis jetzt nur von der Ferne …und ich meine aus der FERNE…die Dinger sieht man aus mehreren Metern Entfernung…wo wir eine Lupe in Deutschland brauchen um eine Spinne an der Decke unseres Zimmer zu finden …braucht man hier ein Weitwinkelobjektiv um diese auf eine Foto zubekommen…naja ich tendiere zur Übertreibung …aber aus meiner Perspektive waren die schon groß…aber nicht so groß wie in den Erzählungen. Dennoch würde ich es bevorzugen immer einige Meter Abstand zu diesen zu haben. Welche der beiden Spinnen hier die giftigere ist, da streiten sich die Australier aber beide sollen wohl höllische Schmerzen verursachen, sodass man egal welche gerade zugebissen hat, man einem Doktor einen Besuch abstatten sollte.
Wenn wir schon mal bei giftigen Tieren sind…ich lag gerade am Strand, es war der Coogee Beach, da kam die Ansage (frei überstetzt) „Es sind ein paar blaue Flaschen im Wasser, aber kein Anlass zur Aufregung, wer mit ihnen in Berührung kommen sollte, kann zur Wasserwacht kommen und erhält Erste Hilfe!!!“ naja … zur Erklärung „bluebottle“ ist keine betrunkener Seemann, der im Wasser liegt, sondern eine der doch öfter vorkommenden Quallen hier an den Stränden von Sydney und Umgebung. Nach einer halben Stunde kam die zweite Durchsage „Inzwischen sind viele blaue Flaschen im Wasser. Wir raten ihnen das Wasser zu verlassen, sollten sie dennoch mit ihnen in Berührung...“ Ich bin nicht mehr rein und viele andere haben auch das Wasser verlassen. Es gab dennoch so einige die es vom Rumtoben im Wasser nicht abgehalten hat. Diese Quallen sollen etwas stärker sein als Brenn-Nesseln und nur an Körperstellen mit dünner Haut und vielen Nerven wie Kniebeugen und Hals richtig unangenehm werden…also nichts lebens-gefährliches.
Was aber umso tödlicher enden kann ist, wenn man trotz ohrenbetäubenden Alarm ins Wasser geht um weiter zu surfen…das tat leider der Franzose der vor einigen Wochen seine Hand verloren hat. Einen Haialarm habe ich persönlich noch nie gehört, aber in den ersten Wochen, die ich hier verbracht habe, gab es so einige vor allem am Bondi Beach. Die Nachrichte, dass es mehr Angriff gab als je zuvor stimmt nicht, dennoch habe ich nach den Angriffen ein lustigen Artikel aus der australischen „SUN“ in die Finger bekommen. Dieser berichtete über was man nicht machen sollte wenn man Kontakt mit einem Hai vermeiden möchte…
Ich kann gut scherzen, ich habe ja noch alles Wichtige an mir dran. Also Haiangriffe sind hier wirklich die Ausnahme und da sind natürlich auch noch sehr viele Wachleute im Wasser und in der Luft, die ein Auge auf Strände in Sydney haben.
Als ich hier den ersten Morgen aufwachte, fühlte ich mich wie in einem Zoo. Die Vögel klingen hier ganz anders als zuhause. Es gibt da auch welche, die sind für ihren Klang ganz schön verhasst in Sydney und leider werde ich auch jeden Morgen daran erinnert warum. Es sind Krähen(ich weiß nicht ob das daran liegt, dass ich ein Standkind bin, aber ich bin der Meinung, wir haben nicht solch grässlich klingende Vögel zuhause). Sie klingen als würde einem kleinem Kind gerade der saure Gummibär im Hals stecken bleiben und das nur 100mal so laut, wie ein menschliches Kind so ein Geräusch hervorbringen könnte. (seit dem es kälter wird sind sie weniger geworden, aber ich werde euch mal den Gesang…so kann man es eigentlich nicht nennen…)aufnehmen.
Kommen wir mal zu den angenehmen Bekannt-schaften meines bisherigen Aufenthaltes. Ich habe frei lebende Kängurus auf meinem Surftrip gesehen und süße Wallabees, die kleine Ausführung der großen Hopsvieher.

Die sind so neugierig, der Fahrer unseres Busses musste immer nur auf einem bestimmten Teil der Strasse zum Camp hupen und schon schauten ein paar neugierige Augen aus dem hohen Gras. Koalas sollte es dort auch geben, jedenfalls wiesen einige Straßenschilder darauf hin, aber ich habe noch keinen gesehen. Im Zoo war ich auch noch nicht...das mache ich dann mit meinen Besuch in 10 Tagen (freu mich schon riesig).
Hier ist erstmal ein kleiner Vorgeschmack von dem wie es hier an der Uni ist:
Hat man vor längere Zeit in der UTS zu verbringen, muss man sich warm anziehen, denn obwohl es nur 25 Grad draußen sind, haben sie die Klimaanlagen auf volle Pulle aufgedreht. Das mit der Temperatur hier ist ehe so’ ne Sache…den Australiern kann man es in dieser Hinsicht nicht recht machen... einige rennen bei 25 Grad in Jacken und mit Schal rum, die anderen beschweren sich immer noch (wenn du in den überkühlten Vorlesungssälen schon mit Pulli da sitzt) über die Hitze.
Habe ich schon erwähnt, dass mir die Studenten hier alles so jung vorkommen?… ich muss mich da korrigieren … nur in den Bachelorkursen. In den Postgraduatedkursen kommt man sich einfach mal unqualifiziert vor. Alle stellen sich nach einander vor und man bemerkt, dass man die einzige ist, die nicht ein/e Manager/in ist und weniger als sieben Jahre (naja bei mir sind es genau null Jahre) Berufserfahrung hat. Jetzt weiß ich auch warum die Kurse alle erst um 6 pm anfangen, der Rest des Kurses muss vorher noch zur Arbeit…hehe
Es gibt im Towergebäude Rolltreppen und Massenfahrstühle, da das Gebäude 28 (oder so ähnlich) Stockwerke hat (angeblich das höchste Unigebäude der Welt…wie viele hat die TU in Berlin?). Wenn ich am Donnerstag Englisch habe, kann ich die Flugzeuge aus dem 19. Stock beobachten (das ist hier nicht gerade beruhigend, wenn man bedenkt, dass man im TV aufgefordert wird bei verdächtigem Verhalten Anderer die Polizei zu benachrichtigen…mehr dazu aber ein anders Mal).
Eine Mensa hat die Uni nicht. Hier heißt das „Food Court“ (frei übersetzt „Fressmeile“) der voll von kleinen Ständen ist mit verschiedenstem Essen aus aller Welt…leider ist das Essen hier teurer als zu Hause, deswegen gehe immer Heim und esse dort…auch ist es sehr mild gewürzt (Zum Essen hier könnte ich auch noch einen Artikel schreiben und mach ich auch…).
Die Vorlesungen hier sind nicht so voll wie bei uns. Es sitzen höchstens 60 Studenten in einer Vorlesung. Obwohl hier alle richtig viel für die Kurse bezahlen, ist kaum einer gewillt die Texte zu lesen und auch nur das Thema der Vorlesung interessant zu finden (obwohl ich sagen muss, dass ich auch schon die ein oder andere langweilige Veranstaltung über mich ergehen lassen musste).
Was ich und die anderen Deutschen sehr verblüfft hat ist, dass die Uni wirklich versucht dich so lange wie möglich im Gebäude zu halten, als ob schon allein deine Anwesenheit dich schlauer machen würde. Es gibt jede Woche mehrer Veranstaltungen, wie Network Cafe für die Internationalinteressierten, Computerspielwettbewerbe (jede Woche am Freitag sitzt eine große Gruppe (meist Jungs) vor platzierten Fernseher und ballern sich virtuell gegenseitig ab) und diese Woche war ein Jahrmarkt aufgebaut mit Karussell und Autoscooter und Zuckerwatte und alles kostenlos…hier ist die Uni eher ein Vergnügungspark als einer Platz der Ernsthaftigkeit…ne ne das hat natürlich auch was gutes…sie wollen bestimmt die Kreativität der Studenten fördern ;) .
Obwohl ich nur vier Kurse haben ist das schon ein ganz schönes Stück Arbeit… in den nächsten zwei Monaten muss ich nicht nur kleine Aufgaben, wie Onlinequizzes und Präsentationen machen, sonder auch alle meine vier Hausarbeiten schreiben, denn Ferien sind hier auch Ferien.
Spätestens wenn man versucht die Reader oder die Pflichtliteratur zu besorgen, fällt einen auf, dass in Australien Studieren nur was für Reiche ist. Ihr glaubt nicht was hier die Kopien (11 Cent die Seite) in der Uni kosten oder erst die Bücher (120 Dollar)!!! Vor allem wird es teuer, wenn die Dozentin vergisst die Literatur in den Handapparat zustellen *grrrrrrrr*.
Auch legt die Uni sehr viel Wert auf Gruppenarbeit, was in meinem Fall seine Vorteile hat, man ist so gezwungen mit den anderen zu kommunizieren und sie mit dir ;)…
In der ersten Zeit ist es schon etwas schwer sich ein zu leben und ab und zu hat man auch mit Heimweh zukämpfen. Am meisten vermisse ich an der Uni meine Freunde, die mit mir die Vorlesungen durchstehen, in der Mensa essen und für Klausuren lernen … aber ich gebe die Hoffnung nicht auf den oder die echte Australier/in zu finden… ;)
In der Orientierungswoche an der UTS gab es viele Möglichkeiten bei dem Regenwetter sich die Zeit in der Uni mit Informationsveranstaltungen zu vergnügen. Alles was wir uns selbst in mühsamer Eigenarbeit oder über das ganze Semester verteilt in einem Tutorium beigebracht haben oder immer noch auf der Suche nach einer angemessenen Lösung sind, wird hier in dieser einen Woche in verschiedenen Kursen gelehrt, wie zum Beispiel akademisches Lesen oder Schreiben oder wie motiviere ich mich selbst zum Lernen und wie gehe ich mit Prüfungsangst um.
Eines haben sie uns nicht gelehrt…wie belege ich meine Kurse…Ich hatte so einigen Stress mit meiner Kursbelegung, die online getätigt werden soll, wenn es funktioniert…wenn nicht muss man an einen Schalter und in Anwesenheit einer netten Dame versuchen über eine Mail seine Kurse zu erzwingen.
Wenn wir uns nicht gerade mit der Kursbelegung rumgeärgert haben, oder in einen der Kurse saßen, in denen wir als alte Hasen kaum noch was lernten, waren wir auf einer der unzähligen Partys. Ich glaube die Uni war der Meinung, dass Alkohol und etwas Musik die Hemmungen zum Kennen lernen senken würde, so veranstalteten sie in der letzten Woche fünf verschiedene Partys. Und in der Tat…ich lernte eine Menge Leute kennen, eine nette Italienerin, drei Niederländerinnen, zwei Slowaken, massig Deutsche (wenn man Deutsche kennen lernen will muss man nach Sydney!!!), einen Saudiarabier, zwei Inder und noch mal massig Deutsche, nur keine(n) Australier/in. Ich war noch nie so gewillt meine Handynummer weiter zu geben, wie in der letzten Woche. In einer Informationsveranstaltung hatten sie uns gesagt, dass die Deutschen nicht so zusammenkleben sollen…leichter gesagt als getan, wenn die zweigrößte Gruppe der internationalen Studenten Deutsche sind (die größte sind Inder).
Natürlich war ich auch auf der Suche auf einen/r Tandempartner/in, der/die mich in das Unileben einführen sollte und mir etwas mit der Sprache helfen sollte. Aber so hilfsbereit auch die Leute an der Uni sind, es gibt kein richtiges Tandemprogramm an der UTS. Es wurde eine Networkparty veranstaltet, auf der alle internationalen Studenten sich um wenige Einheimische gerissen haben. Ich habe auch einen abbekommen jeah…er war 18 und selbst im ersten Semester an der Uni…hmmm 18?!...naja nicht nur das wir keine gemeinsamen Themen hatten, sondern er wusste selbst nicht, wie es an der Uni zugeht. Naja ich gebe nicht auf und mache mich weiter auf der Suche nach Australier…in meinem Alter !
Ich wollte euch nicht schon vorher erzählen, dass ich ein Zimmerchen (und das ist auch nur ein Zimmerchen) in Aussicht habe, da ich keine schlechten Nachrichten herauf beschwören wollte. Nun hat es ja geklappt. Ich habe schon in Berlin die Mail erhalten, dass A. und S. eine Mitbewohnerin suchen und es war auch die erste Wohnung, die ich mir angeschaut habe und die beste bis jetzt. Sie liegt gleich hinter dem Hauptgebäude der UTS und ich kann vom Bett direkt in den Vorlesungssaal fallen. Die Bibliothek ist auch gleich um die Ecke…ja ja ich weiß, dass ihr schon euren Kopf schüttelt … ich verspreche hoch und heilig nicht zu oft darin zu sitzen, sondern auch mal am Strand nur faul rum liegen und die Seele baumeln lassen. Das Appartement ist zweistöckig. Unten sind das Wohnzimmer mit einer amerikanischen Küche und eine Waschkammer. Oben sind dann unsere Zimmer, wobei A. und ich mir ein Bad teilen und S. (er ist ein Mann) sein eigenes hat. Das Zimmer ist recht klein, aber dafür sind die Mitbewohner total nett, es ist sauber und vergleichsweise bezahlbar (wobei es etwas mehr kostet als meine komplette Wohnung in Berlin). Wie ihr auf den Bildern sehen könnt hat es IKEA auch bis hier her geschafft. Einen kleinen Schreibtisch werde ich mir noch besorgen müssen, aber das kann warten.
Die erste Nacht hier war schon etwas merkwürdig. Ich habe noch nie allein in einer Wohnung mit mir komplett fremden Menschen verbracht. Ich muss aber dazu sagen, dass sie mir ein Willkommensessen gemacht haben und wir dabei sehr viel Spaß hatten. Der Freund von A. (ein sympathischer Franzose der mich an meinen kleinen Chaoten erinnert) hat mich dann gleich über Nietzsche ausgefragt…nun ja antworten konnte ich ihn da nicht viel, außer das er vor meiner Zeit gelebt hat ;).
Leider habe ich die erste Nacht auch nicht viel geschlafen, da sich eine gemeine Mücke durch mein Fliegengitter gedrückt hat und nun habe ich fünf Mückenstiche. Wer mich persönlich kennt weiß, dass diese bei mir Teller groß werden schon ohne, dass ich daran kratze. Naja nun klebt die Mücke als Warnung für alle nachkommenden an meine Tür. Leider habe ich sie erst im Morgengrauen erwischt nachdem sie das Massaker auf meinem Körper angerichtet hat. Ich muss sagen, dass es etwas laut in der Bude ist, aber dies liegt weniger an dem Verkehr als daran, dass die Australier nur einfach Fenster haben, die wahrscheinlich keinen Huster standhalten. Ein weiteres Indiz dafür, das die Häuser hier nur bessere Kartenhäuschen sind, ist dass man keine Nägel in die Wand hauen darf, weil sonst die Gefahr besteht, dass es zusammenbrechen könnte. So einigen Häusern, die ich auf meine Hausbesichtigungstour gesehen habe, sieht man diese Instabilität auch an. (Man ich ärger mich immer noch, dass ich damals meinen Fotoapparat zuhause gelassen habe). So richtig eingelebt habe ich mich noch nicht …aber das wird schon.
So langsam kann ich daran gewöhnen immer erst in die andere Richtung zuschauen bevor ich die Straße überquere, aber Sydney hat noch ein paar andere Merkwürdigkeiten im Straßenverkehr zu bieten, als nur dass sie alle andersherum fahren. An jeder Ampel muss man einen Knopf drücken, damit es überhaupt nach einer halben Ewigkeit grün wird. Im Großen und Ganzen ist der Verkehr hier eher auto- als fußgängerfreundlich ausgelegt. Ich habe ganz schön damit zukämpfen mich nicht von einem Auto überrollen zu lassen… hier gilt--- „Wer bremst ist eine Lusche“--- also wie am Hackeschem Markt einfach mal rüber, kann hier einem das Leben kosten. Auch schön sind hier die öffentlichen Busse (in Deutschland herstellt)…heute bin ich eine Stunde früher los zur Uni (dachte: „ naja, wenn die Straßen voll sind wird es etwas länger dauern“), aber nicht nur das sie unpünktlich sind, sie überholen sich gegenseitig, so dass die gewohnte Reihenfolge nie eingehalten wird und das Beste--- sie halten nicht !!! Ich … ahnungslos wie ich nun hier bin…warte an der Bushalte stelle und der erste 393 (mein Bus zur Uni) fährt an mir vorbei…der zweite 393 fährt an mir vorbei…ach das hatte ich ganz vergessen man winkt hier nach den Bussen…also springe ich schon wie wild rum in der Annahme, dass ich einfach zu kleine bin und wedle ganz aufgeregt mit den Armen…aber nein auch der dritte Bus fährt an mir vorbei. Mein Zeitdruck und meine Verwunderung über das merkwürdige Verhalten der Busfahrer trieb mich dazu, eine Frau an der Bushaltestelle auf meinem tollen Englisch zu fragen: „Do you know why the bus didn`t stop?“ In Sydney ist es nicht wie in Babelsberg, dass der Bus so viele Studenten lädt bis die Gliedmaßen aus den Fenster gedrückt werden, die Busse halten nicht wenn sie voll sind, so kann es sein das man zur Rushhour wartet bis man schwarz wird. Aber es gibt auch was schönes…man bedankt sich nach der Fahrt beim Busfahrer, vor allem jüngere Menschen sagen beim Aussteigen „Thank you, Mr. Bus Driver“.
So nun nach kurzer Erholung vom Jetlag habe ich mich in der großen Stadt Sydney auf die Suche nach einer Wohnung gemacht. Die erste Besichtigung wurde mir durch Ralf vermittelt, der mir schon in als ich noch in Berlin war, eine E-mail mit einem Gesuch schrieb. Das Appartement war nur 100 Meter von der Uni entfern und von einer sehr netten Japanerin und einen mir bis jetzt unbekannten Mann bewohnt. Das Zimmer war winzig. Der Platz reichte gerade mal für ein 1-Personen-Bett, einen Kleiderschrank und eine Kommode. Wenn man noch einen winzigen Tisch reinstellen würde, wäre es dann bis obenhin voll. Die Mitbewohnerin war sehr freundlich, konnte mir aber nur spärlich Auskunft geben, da der Hausherr leider nicht da war.
Den Tag darauf gab es zwei Wohnungsbesichtigungen in Redfern und nun kommt`s ….
Ihr glaubt nicht was für Zimmer …eher Löcher hier einen angeboten werden, für eine Miete die ich nicht mal für meine kleine, wunderschöne Einraumwohnung in Prenzlauer Berg in Berlin bezahle.
Oh mein Gott… kennt ihr diese ranzigen Häuser aus den Horrorfilmen…wo man vorm Fernseher sitzt und sich fragt warum die Hauptfigur den Braten nicht riecht, dass dort drin nur ein Monster hausen kann. Das Haus fiel fast zusammen…man konnte nicht erkennen was es noch zusammen hielt. Wahrscheinlich durften die Bewohner es nur abwechseln verlassen und der zuhause gebliebene Rest musste die Wände zusammenhalten. Die Wände waren keimig, wie der Boden, welcher von schrecklichen, an den Ecken angeknabberten PVC bedeckt war. Das freie Zimmer war in der hintersten Ecke im EG des Hauses…es war wahrscheinlich mal die Abstellkammer. Dann führte der junge Mann, die Leute die nach dem Blick ins Zimmer nicht schon fluchtartige das Haus verlassen haben, nach oben. Über eine schmale Holztreppe die es auch nicht mehr lange macht und die kein Geländer mehr hatte kamen wir (eine nette Norwegerin die genauso neugierig war wie ich, ob es noch schlimmer wird war bei mir) ins Bad…die Wanne in SAW war sauberer … oh mein Gott da wurde seit der Entdeckerzeit nicht mehr sauber gemacht……von dem Zeitpunkt an tat es mir leid, dass ich meine Kamera für euch nicht mitgenommen habe.
Wenn ihr glaubt, dass das alles war …NEIN ;P
Der junge Mann sagte uns da wäre noch ein Zimmer in einer anderen Strasse...nur ohne Fenster…die nette Norwegerin und mich packte die Neugier und Schaulust…und genau diese Adresse hatte ich mir für diesen Tag auch noch aufgeschrieben. Als wir nach langem Warten vor der Tür auf den Hausbesitzer (es liefen an uns attraktive junge Männer mit Anzug ins Haus hinein was uns etwas Hoffnung gab) ins Zimmer ohne Zimmer kamen fielen wir fast rücklings wieder raus…es hatte KEINE Fenster…und war tagelang nicht geöffnet worden aber es waren noch Lebensmittel drin (hatte ich erwähnt, dass 47 Grad am Wochenende in NSW waren?). Also da schläft man doch lieber im Park bei frischer Luft dachte ich.
Ich glaube der Backpackertourismus hier hat leider einige auf die Idee gebracht ursprünglich süße, kleine Häuser in Touristenbunker zu verwandeln. Sie teilen die ursprünglichen Zimmer sooft es nur geht mit Wänden (Nicola erzählte mir, dass sie ein Zimmer gesehen hat, wo dies nur mit Bretten gemacht wurde, wo die Schlitze dazwischen nicht einmal geschlossen waren) und versuchen soviel Geld wie nur möglich zu machen… und es gibt immer jemand die in diese Zimmer leben. Zurück zu dem gut aussehenden Typ im Anzug…wie einsam muss der sein da geht doch niemals eine Frau mit ihm auf Zimmer ohne Angst um ihr Leben haben zu müssen. Wenn schon nicht von giftigen Tieren in Sydney getötet wird, dann doch von den Keimen die in solch einem Haus hausen…..nun gut drückt mir die Daumen, dass es besser wird und ich Glück habe.
Bin beim Packen meiner Sachen und stelle fest, dass schon allein meine Socken für 12 Monate soviel Platz wegnehmen, dass der Rucksack voll ist....Was lasse ich nur hier ? ;(
Statisikbuch...nee
Tanzschuhe...nee
Bikini...nee
Pulli....hmmm...bei 30 Grad in Sydney könnte ich den hier lassen.