Eine Ankunft in Indien ist wie ein Sprung ins kalte Wasser. In dem Moment des Eintauchens möchte man so schnell wie mögliche wieder raus ins Warme. Aber nach ein paar Sekunden lässt der Schock nach und man empfindet das Wasser als sehr erfrischend und belebend. Und so ist auch Mumbai erfrischend und belebend auf seine eigene Art.
Die Ankunft war, wie üblich hier, mitten in der Nacht. Das heißt, man betritt eine völlig verborgene Welt, die sich hinter einem feuchten dunklen Dunst versteckt und man nur erahnen kann, wo man gerade vom Taxifahrer abgesetzt wurde und wer einem beim Aussteigen alles beobachtet.
Um zu unseren Hotel zu gelangen, mussten wir einen Aufgang hinauf, den wir durch eine fast verschlossene Gittertür betreten haben. Hinter uns sagte ein Stadtbewohner, dass das Hostel schon voll wäre, er aber bereit ist, uns zu einem anderem Hotel zu begleiten. Meine Erfahrungen der letzten Reise haben mich gelehrt solche Aussagen immer selbst nochmal zu überprüfen. So haben wir dennoch an der Klingel an der Tür zum Hostel geklingelt. Und wer hätte es geahnt...es waren noch ein paar Zimmer frei. Der Umstand, dass wir mitten in der Nacht ankamen und eine etwas längere Reise hinter uns hatten, lies mich weniger verhandlungs-freudig sein und wir bezahlten für ein Doppelzimmer ohne Bad ein halbes Vermögen.
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Montag, 30. Januar 2012
Die Ankunft in Mumbai
Indien der Süden
Da meine Begleiter des letzten Aufenthalt diesen Wunsch – noch mehr von Indien zu sehen, nicht mit mir teilten, musste ich mir einen neuen Reisegefährten suchen. Und so bin ich nun mit Peter unterwegs, der noch nie Europa verlassen hat und noch mehr Angst vor Getier, was mehr als zwei Beine besitzen, als ich hat. Genau der richtige Gefährte, da man sich gleich viel mutiger und wissender vorkommt neben einem Indienneuling wie er.
Sonntag, 4. April 2010
Mein schönes Berlin
6 Uhr in der Früh schaue ich mir hell wach meine Fotos von der Reise an. Schon drei Wochen bin ich wieder hier in Deutschland und langsam holt mich eine Art von Alltag ein. Dies ist aber nicht mein Alltag und er soll es auch nicht mehr werden.
Ich werde wehmütig bei dem Bild, welches sich mir bietet, wenn ich die deutsche Gesellschaft mit meinen neuen Augen betrachte. Augen die viele Eindrücke aufgenommen haben in den letzten Monaten und welche sich tief in die Seele eingebrannt haben.
Ich möchte nicht, dass dies mein Alltag wird, indem Menschen mit ausdruckslosen Gesichter durch die Straßen wandern, Menschen die taub gegenüber dem Gesang der Vögel und blind gegenüber ein Lächeln der anderen sind, Menschen deren Leben von Wohlstand beherrscht wird und sich dennoch arm fühlen. Sie interpretieren im Weiß ihres Daseins jeden kleinen Schatten als Nacht.
Brauchen wir schwarze Zeiten um die Lichtblicke im Leben zu schätzen? Anscheinend Ja, sonst würde mir die arme Ferne nicht glücklicher vorkommen, als die Menschen hier in einer Gesellschaft, die alles hat.
Donnerstag, 11. März 2010
Abschied von Indien
- Ohropax, gut gegen Chaiverkäufer im Zug, laute Gebete am sehr, sehr frühen Morgen oder schnarchende Nachbarn
- Toilettenpapier, für die üblichen „Geschäfte“ auf diversen Örtlichkeiten mit unterschiedlicher Ausstattung....und für den Schnupfen nach dem Smog in den Großstädten.
- Versiegeltes Trinkwasser, oder noch mehr Toilettenpapier für den Morgen danach
- Schlafsack, nur mit den wenigsten Decken in Indien wollten wir uns zudecken
- Eine Grubenlampe damit die dunklen Gestalten in den dunklen Gassen auch Gesichter bekommen.
- Geduld, für Zugverspätungen und indische Bürger, welche lieber erst einsteigen bevor auch nur einer/e aus dem Zug raus ist....das erklärt auch warum die Züge immer so voll aussehen...“wenn man mal drin ist, kommt man nicht so leicht wieder raus“
- gute Freunde, die aufpassen, dass man nichts zurückgelassen hat, seine Diät nach einer Magenverstimmung einhält und einen verstehen wenn alle anderen ungläubig schauen.
- viel viel Humor, für Geschäftsleute, denen das Trinkgeld zu dreckig ist, für Mit-Kunden, die nicht nur den Ellenbogen benutzen um vor drängelnde, für Rikschafahrer, die einen überall hinfahren nur nicht dorthin, wo man will, für kleine Kinder, die nach einer Stunde Mitspielen nach Geld fragen, für Autofahrer, die für Kühe anhalten aber auf Fußgänger Jagt machen und all die anderen kleinen kulturellen Differenzen........
