
Ein halber Tag in Hanoi und ich bin schon völlig begeistert von Vietnam. Der Flughafen erinnerte mich an meine Kindheit in der DDR...der Geruch, die Uniformen der Wachleute und die spärlische Ausstattung an Shops. Da unser Hotel es versäumte uns abzuholen, sind wir auch gleich in eine typische Tourifalle getappt...der Taxifahrer dessen Gäste nicht auftauchten und dafür uns ganz billig in die Stadt fahren wollte. Obwohl wir uns zwei mal den Preis von 15 US$ vor der Fahrt bestätigen lassen haben, fing der Touriguide schon kurz nach dem wir den Flughafen hinter uns hatten an um den Preis zu fälschen. Nun kamen plötzlich noch Mautgebühren für jede Person dazu und statt 15 sollten es nun 40 Dollar sein. Da hat er sich aber die Flaschen ausgesucht....die ganze Fahrt über diskutierten wir was verhandelt war und was wir bereit waren zu zahlen 15 Dollar und nicht mehr. Nachdem er uns fast auf die Autobahn gesetzt hat, unser Freund sein wollte und uns Tipps gab, doch seine Firma bezahlen musste und nur einen kleinen
Teil erhielt, schon von der Autobahn wieder runter fuhr und uns niemals für 15 Dollar zum Hotel bringen wollte, lies er nach und meinte wir hätten gut gehandelt und gestand, dass er die Herausforderung genossen hat. Nur gut, dass wir Fine dabei hatten, die die ganze Zeit ruhig blieb und immer lächelte. Sie klärte mich dann auch auf, dass Ruhe bewahren das wichtigste ist. Also ich hatte schon nach 15 Minuten den Hals voll und schaute schnaufend aus dem Fenster als Fine mir nur kurz ein Zeichen gab, dass sogar meine englische Diskussionsweise (die ja noch viel höflicher ist als die deutsche) zu aggressiv war.
Wir zahlten nur 15 Dollar kamen aber auch dann am falschen Hotel an. Dies war aber nicht ein Trick des Taxifahrers, sondern des Hotels, welches sich einfach die Internetseite des wahren Springhotel lieh, um solche Touris wie uns an zu locken. Da aber der Standort und das Hotel der Hammer waren...(Hammer im Sinne von authentisch) haben wir uns nun entschieden hier zu bleiben und in der Altstadt von Hanoi die nächsten drei Nächte zu verbringen.
Läuft man durch die Straßen kommt man sich vor wie in einem Film bei dem der Gute den Bösen gerade durch eine fern östliche Stadt jagt. Man denkt sich dann wie fern doch dies Kultur ist.
Die Altstadt von Hanoi ist laut, eng, voll und stinkend. Anstelle von Autos fahren hier alle mit Moped durch die engen Gassen, hupen und drängeln sich auch durch die kleinste Ritze zwischen Dir und dem Marktständen. Wie Ameisen tummeln sich die Fahrer durch die Straßen und ab und zu versucht sich eine Radfahrerin mit einem Spitzhut und ihrem Porzellanstand auf dem Rad noch durch zu schlängeln.
Über die Straße kommt man nur, wenn man keine Scheu hat, einfach gerade aus zu laufen und darauf zu vertrauen, dass die anbrausenden Fahrer einfach um einem herum fahren. In den Gassen spielt sich das Leben ab dort wird gegessen, gekocht, gehandelt.
Überall sind nur ein halben Meter hohe Tische auf den Essen zubereitet wird, welches die Einheimischen auf kleinen Hockern um den Stand herum verspeisen. Schon am ersten Abend hier haben wir uns dazu gesellt und warten nun die Wirkung des Salats ab...
Ho Chi Minh
Das die Jungs einen der berühmtesten kommunistischen Freiheitskämpfer sehen wollten war klar und warum sollte ich nicht auch einen Blick auf eine völlig verblasste über 40 Jahre alte Leiche werfen.
Und schon sollte ich das zweite Mal an meine Kindheit erinnert werden. Zu Ehren des alten Onkel Ho, der Vietnam zur Freiheit führte wobei die Bürger Vietnam dann auf Eigentum verzichten mussten, sollten wir nun auch alle gleich sein. Im Entenmarsch und Zweierreihen, Arme schon stramm an der Seite gehalten und mucksmäuschen still wurden wir an der Wachgarde vorbei geführt um dann eine halbe Minute in einem dunklem Raum um die Leiche des Onkels herum zulaufen. Was man nicht alles für etwas Geschichte tut. Naja nun kann ich behaupten, dass ich Ho Chi Mihn getroffen habe auch wenn dies 40 Jahre nach seinem Tod war.
Tempel der Literatur
Als Student muss ich mir natürlich die Universität Hanois anschauen. Zwar war es nicht die aktuelle Uni, sondern die aus dem 15 Jh. oder das was nach den Wüten der Franzosen wieder hergestellt wurde und wo sich die Reichen die Lehren des Konfuzius aneignen konnten.
1 Kommentar:
Wow, tolle Bilder! Schon daraus kann ich erspüren wie unterschiedlich diese Kultur im Gegensatz zu der unsrigen ist. Toll, das sind Erlebnisse, die Du niemals vergessen wirst. Weiterhin viel Spass auf Eurer Reise. Ich freu mich immer wieder wenn neue Berichte von Dir hier sind, da hab ich irgendwie das Gefühl dabei zu sein und die Welt wird so klein dadurch. Ganz liebe Grüße aus dem verschneiten Berlin.
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