Donnerstag, 11. März 2010

Jaipur – mit großen Erwartungen

Wir haben große Erwartungen an diese Stadt gehabt, vielleicht weil ich sie immer mit Jodhpur verwechselt habe oder weil schon alle, die wir kennengelernt haben, in Jaipur gewesen sind. Dabei ist der Palast der Winde nur eine Fassade ohne Palast und die Belagerung der Touristen wurde hier von den Einheimischen bis zur Perfektion getrieben. Unsere Nerven scheinen nun auch auf Dauer gelitten zu haben, gegenüber den Zurufen der Verkäufer, die uns in ihren Laden locken wollen und den Männer, welche allzu gern uns Frauen kennen lernen möchten (egal ob der Partner, sich schon fast heldenhaft vor den Anwärter wirft). Den Unmut der Verliere vernimmt man noch Meter weit, geäußert durch wilde Beschimpfungen. Somit ist dem einem oder der anderen das Getümmel auf der Straße zu viel und man verzieht sich lieber in ein Museum oder das Hotel. Aber wie jede Stadt hat auch diese etwas schönes zu bieten. So fuhren wir gerade auf eine Rikscha, als ich einen Prinz auf einen weißem Pferd entdeckte, der wie ein Held hinter uns her ritt. Naja, nach einem geschäftlichen Angebot mitzureiten, war der Traum vom Prinzen geplatz und so blieb nur dieses schöne Bild.

Freitag, 5. März 2010

Udaipur


Fast hätten wir diese Stadt von unserem Reiseplan gestrichen, da wir unsere letzte Woche in Indien nicht mit Stress füllen wollten. Zum Glück hat die Mehrheit die Minderheit überstimmt und wir sind in einem sehr erholsamen Hotel und Örtchen gelandet. Zwar blüht hier der Tourismus, aber auch das kann seine Vorteile haben, denn Konkurrenz drückt auch so manche Preise. Mit Blick auf den Fluss beim Frühstück und Tagesausflügen in der Altstadt lassen wir uns es hier gut gehen.
Nur quält mich auf die letzten paar Meter eine Magenverstimmung. Die vier mitreisenden „Muttis“ haben mich nun auf eine strenge Diät gesetzt....naja so langsam habe ich auch mal Lust auf was anderes als indisches Essen, aber Haferbrei gehört nicht gerade zu meiner ersten Wahl.
Nicht nur beim Essen, sondern auch in vielen anderen Lebenslagen beschleicht uns langsam das Gefühl von Heimweh, so erwischen wir uns ab und zu beim Schwärmen über heimische Kleinigkeiten, wie an der Schlange stehen, die S- Bahn benutzen, richtige Toiletten, Kleiderschränke, Käse, Waschmaschinen, Zeitung in der Muttersprache, uninteressierte Verkäufer und noch vieles mehr...

Mount Abu und das Holi Fest

Nach aufregenden 12 Stunden Fahrt im lokalem Bus mit unvergesslichen Eindrücken von Sanitäranlagen in der Öffentlichkeit kamen wir auf dem Mount Abu an. Der höchste Berg in Ratschastan beglückt die Besucher mit milderem Wetter und frischer Luft, aber auch gepfefferten Preisen, vorallem wenn man gerade zu den Feiertagen da ist.

Am 1 März wir in Indien Holi gefeiert, ein Fest bei dem sich jeder mit den Farben Krishnas bewirft bis kein Fleck mehr am Körper unbepudert ist. Trotz der Warnung unseres Hotelbesitzers vor unangenehmen Begegnungen mit betrunkenen indischen Mitbürgern (Inder sind nicht geübt im Alkoholkonsum) und nicht mehr auswaschbarer Farbe, trauten wir uns zum 1. März auf die Straße. Eine ungeschriebene Regel fiel uns gleich auf: Wer noch nicht bunt ist, wird auch in Ruhe gelassen. Aber wir wollten ja etwas Farbe und so nahmen wir auch gleich das erste Angebot an, etwas vom Pulver uns ins Gesicht reiben zulassen...und dann kam Eines zum Anderem … ehe wir uns versahen , waren wir über und über mit Farbpulver, schüttelten jedem die Hand, wurden tausendmal abgelichtet und wünschten allen ein „Happy Holi“. Dank unserem Gespürt für Ärger gingen wir diesem aus dem Weg und verließen sofort das Getümmel, als sich die ersten Anzeichen der Wirkung des Alkohols in der Menge zeigten.

Somit kann ich nur jedem empfehlen dieses Fest zu besuchen, um die indische Mentalität näher kennen zulernen.

Der Ort an sich ist für uns kein Highlight. Von den Indern als begehrter Urlaubsort für frisch Vermählte, suchten wir drei Tage um einen ruhiges Plätzchen auf diesen Berg zufinden. Die größte Attraktion in diesem Ort waren WIR. Ich hatte noch nie so viele verschiedenen Babies auf dem Arm in so kurzer Zeit. Dazu kursieren schon mehr Fotos hier in der Stadt als Handys und Kameras allein.

Aber dennoch hat sich der Trip hier nicht nur wegen dem Fest gelohnt, sondern haben wir auch einen der schönsten und aufwendigsten Tempel in Indien sehen aber nicht fotografieren können.

Montag, 1. März 2010

Jaisalmer – Auf dem Rücken eines Kamels...



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...ist es hart und das spüre ich immer noch. Diese Stadt ist eine Wüstenstadt, die schon längst vergessen war und nun den Tourismus entdeckt hat. Somit hatten wir schon ein Hotel aufgeschwatzt bekommen bevor wir in den Bahnhof von Jaisalmer einfuhren.Wie man es von einer Wüstenstadt erwartet, ist es dort heiß, trocken und staubig.
Aber das war uns noch nicht genug Sand und somit entschieden wir uns, eine 2-Tagestour durch die Wüste auf einer Kamelkaravane zu verbringen. Die Vorstellung, dass wir eine Nacht in völliger Ruhe und nicht in unserer doch schlechte ausgewählten Unterkunft verbringen müssen, machte uns die Schmerz auf den Kamelen erträglicher. Die ersten Stunden waren noch sehr vergnüglich aber nach einen halben Tag wechselten die Plätze der Kamelführer und ihrer Gäste...wir liefen nun neben den Kamelen und unsere indischen Begleiter saßen auf den Kamelen.
Kurz vor dem Abend kamen wir dann auch an unserer versprochenen einsamen Sanddünne an. Einsam soweit... bis man zwei Dünnen weiter schaute... Nun gut die Erfahrung gönnen wir auch anderen. Und nachdem uns erklärt wurde, dass bei anderen Touren es wie auf Mallorcas Badestränden in der Hochsession abgeht, war uns unsere Dünne ganz recht. Dass man auch indische Wüstenvölker aus der Ruhe bringen kann, hat uns dann S. bewiesen, als er ein Foto von mir vor dem wunderschönen Himmel machen sollte und dabei sich in einen weißen Skorpion setzte. Der lies sich das nicht gefallen und stach auch gleich zu. Nach leichter Panik einem „Wer“, einem „Wo“, einem „Was“ und tausenden „Zeig mal!“, entschied der Karavanenälteste, S. ein Trink- und Essverbot zu erteilen und ihn nicht mehr aus den Augen zu lassen. Auch noch in der Nacht wurden wir gefragt, wie es S. geht und sich der Biss anfühlt, da bei Verschlechterung eine Abholescorte bereit steht. Aber es blieb bei einem leichten Brennen und einem sichtbaren Stich. Warum S. noch fröhlich weiter durch die Dünnen hüpfen konnte, erfuhren wir dann am nächsten Morgen, als ein ausgewachsener weißer Skorpion an der noch glimmenden Feuerstelle entdeckt wurde (diese suchen die Wärme, weswegen auch alle Begleiter auf Bettgestellen schliefen ABER wir auf den Boden)....S. hatte Glück, dass er sich mit einem noch sehr jungen und kleinem Exemplar angelegt hat und nicht mit einem ausgewachsenem, die wirklich giftig sind. Nach einer unvergesslichen und unglaublich kalten Nacht (keiner musste frieren, dafür sorgten die tausend Decken, der Kamele) ritten wir dann am nächsten Tag im Galopp auf den Kamelen zurück in die Stadt. Die Tour war was unvergessliches, vor allem am nächsten Tag, als wir uns mit dem lokalem Bus hüpfen auf unseren wunden Gesäßen (AUA!) 12 Stunden auf den Weg nach Mount Abu machten.

"Indien geniessen in vollen Zügen"

Einer der aufregendsten Zeiten in Indien waren die Zugfahrten. Nicht nur die schöne fremde Landschaft, die wir durch die Fenster beobachtet haben war aufregenden, sondern auch die netten Chaiteeverkäufer, die uns alle 5 Minuten in der Nacht mit ihren Weckruf „Chai, Chai, Chaitea“ uns aus den Träumen rissen, sorgten für große Aufregung in der Gruppe. Anders als in Vietnam ist das Reisen in Züge in Indien geräumiger...so geräumig, dass eine Menge Menschen hineinpassen und die Geräuschkulisse in der Nacht, so den ein oder andere Wald zersägte. Am Morgen danach wurden wir von der Morgentoilette einiger Inder überrascht ... nicht, dass diese in Zug stattgefunden hätte, sondern an den Gleisen. Somit strahlte uns nicht nur die Sonne vom Horizont an, sondern auch blanke indische Hintern, welche hinter der Stadtmauer, somit an den Gleisen, ihr Morgengeschäft erledigten....Ja Ja uns wurde ja gesagt, dass wir einiges Ungewöhnliches sehen werden …
Auch einige nette Menschen trafen wir auf der Reise mit dem Zug, wie Jungs, die Mädchen als Tiere bezeichneten, freundliche Mädchen mit denen wir nicht nur Informationen über Lebensstile in unseren verschiedenen Kulturen, sondern auch Schmuck und Emailadressen austauschten. Wir wurden zu Hochzeiten, in Schulen und zu traditionellem Essen eingeladen.
Verhungern kann man in diesen Züge nicht, da zu dem Chaitee auch Chips und Snacks und richtige Mahlzeiten angeboten werden, welche von unseren Mägen erstaunlicherweise gut vertragen wurden.
(Nur mal am Rande: das einzige Mal, dass ich mir auf dieser Reise den Bauch verdorben habe, war bei BurgerKing auf dem Bangkoker Flughafen.)

Montag, 22. Februar 2010

Agra


Viel sagen kann man nicht über Agra. Das Taj Mahal ist dort und ein beeindruckendes Rotes Fort, aber sonst hat die Stadt nichts wirklich viel zu bieten und deswegen blieben wir auch nur einen und ein halben Tag dort. Wobei der eine halbe Tag nicht geplant war, sondern durch eine 5-stündige Zugverspätung erzwungen wurde. Aber es gibt keinen lustigeren Zeitvertreib, als auf einen Bahnhof in Indien zu sitzen. Jedenfalls gab es für die Inder nichts spannenderes als uns sechs Deutsche sitzend auf ihren Taschen mit aufgerissenen Augen und offenen Mündern zu beobachten.

Varanasi - meine Stadt der Farben



Varanasi ist einer der bezaubersten Orte, die ich je in meinem Leben besucht habe. Leben und Tod zeigen sich hier mit all ihren Facetten. Ich komme mir vor, wie auf der Reise ins Wesen eines fremden Landes. Die farbenprächtigen Gewänder der Frauen lassen die Gassen und Märkte nur so blühen. Der Tod liegt auf den Straßen oder geht in Rauch am Ufer auf. Jung und Alt treffen aufeinander und Geburt und Wiedergeburt begegnen einen mit einem Lächeln. So arm auch einige hier zu sein scheinen, tragen sie dennoch so viel Leben in sich.
Unsere Reise in die Stadt zeigte uns gleich, was auf uns wartet … eine bunte Masse von Menschen und enge Gassen. Unsere Fahrt mit den Taxi in die Innenstadt scheiterte fast an dem Stolz unseres Fahrers, als in einer allzu engen Gasse Gegenverkehrt auftauchte. Nachdem der Gegenüber den Motor ausmachte, um zu zeigen, dass er auf keinen Fall zurücksetzen wird, machte auch unserer den Motor aus und schaute diesen beleidigt an. ...Hier werden Probleme eben aus gesessen.
In dieser Stadt leben Tiere und Menschen auf einer Stelle. Die heilige Kuh (nicht nur eine) laufen durch die Gassen Treppen rauf und runter, fressen den Müll und Essensreste, die die Menschen hier ihnen auf die Straße werfen und dafür hinterlassen die Kühe ihnen als Dank dann den kostbaren Rohstoff aus ihrem Hintertürchen. Das die heilige Kuh auch ihrer Stellung bewusst ist zeigt sie, indem sie sich nicht stören lässt mit ihren wuchtigen Körper die Gassen unpassierbar zumachen oder Grund eines Ritschaauflaufs zu sein. Noch dickköpfiger als die Taxifahrer sind die Ochsen, denen sich nichts in den Weg stellen kann...auch keine blonden, kleinen Mädchen, die gerade versuchen ein gutes Foto zu erhaschen, diese werden dann einfach -rücklinks auf die Straße geschuppst.

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