Donnerstag, 21. Januar 2010

Vietnam - mit gemischten Gefühlen

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Diese Land hat viel zu bieten...ohne Frage, aber gerade deswegen stehe ich nun diesem Land mit gemischten Gefühlen gegenüber. Um es zu lieben ist es viel zu hässlich und um es zu hassen viel zu schön. Denke ich darüber nach, was mir hier nicht gefallen hat überfällt mich Wehmut, da der Verdacht, dass das Adoptierten des Westens der Grund für das Unschöne ist, sehr nahe liegt. Als würde man einer wunderschönen Blume mit nur einer Blüte Düngemittel geben und viele hässliche kleine Blüten dadurch mit erwecken. Immer wieder begegnen einem die selben Situationen, entweder entdeckt man in der wahren Schönheit des Landes ein dreckiges kleines Detail oder gerade wenn man geschockt von der Widerlichkeit ist, kommt ein kleiner Lichtblick hervor...
Verfolgte ich einen wunderschönen Schmetterling durch ein saftig grünes Reisfeld, in dessen Wasser sich der tiefblaue Himmel spiegelt, führte er mich zu einen zweitem Schmetterling mit dem er anfing umher zu tanzen bis sie beide auf eine weggeworfenen Pepsidose landeten.
Kämpfte ich mich durch das Touristenviertel einer kleinen Hafenstadt, bedrängt von Verkäufern, die mir ihre Ware anboten, dessen Preis sie an meiner weißen Haut bemaßen, kam ich zu einer kleinen alten Frau, die mir dankend die Tiernamen ihrer kleinen Porzellanfiguren auf Vietnamesisch beibrachte, mit einem schönerem und liebevollerem Lächeln als das der viele jungen Schönheiten, die die Märkte zierten.
Fuhr ich mit einem kleinen Holzboot durch die Auswüchse des Mekongs, durch Palmen und Früchte, die das Ufer schmückten, an kleine Bambushäuser vorbei, an dessen Steg kleine Kinder spielte, traf ich auf einen Strom, der alles Neue aus der Stadt mit sich brachte, Plastiktüten, Gummilatschen, Tetrapack, Styroporkästen...
Und wer ist schuld? Ich... die Badelatschen zum Duschen braucht, ich... die Cola mit Eis zu ihrem Essen trinkt, ich... die ihre handgeschneiderte Jacke in einer Plastiktüte vor dem Regen schützt?
Genau ich sollte die sein, die sich mit diesem Wasser aus dem Fluss die Zähne putzt und nicht das Mädchen auf dem Steg.

1 Kommentar:

Melanie hat gesagt…

wow, was für ein poetischer Text... Hat mich fast zu Tränen gerührt.
Danke dafür!

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